Mehr feste Stellen müssen her

Feuerwehr Hofgeismar: Als Dienstleister am Limit

Führung durchs Feuerwehrhaus: Hofgeismars Wehrführer Manuel Zeich mit Besuchern am Fahrzeug des Kreisfeuerwehrarztes. Anlässlich der Stadtverordnetenversammlung zeigten die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung. Foto: Gehlen
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Führung durchs Feuerwehrhaus: Hofgeismars Wehrführer Manuel Zeich mit Besuchern am Fahrzeug des Kreisfeuerwehrarztes. Anlässlich der Stadtverordnetenversammlung zeigten die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung.

Hofgeismar. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen (IKZ) wird zu einer Belastung für ehrenamtliche Einsatzkräfte. Sollten die Dienstleistungen für andere weiter ausgebaut werden, müssten mehr hauptamtliche Stellen her, macht die Hofgeismarer Feuerwehr deutlich.

Anlass war die Stadtverordnetenversammlung im Hofgeismarer Feuerwehrhaus. Die nutzten die Einsatzkräfte, um Besuchern und Parlamentariern zu zeigen, dass Geld in die Feuerwehr gut investiert ist. Doch die Freiwillige Feuerwehr koste nicht nur, sie bringe auch Geld: Die Retter übernähmen Aufgaben wie Schlauchwäsche und Atemschutzprüfung für die Wehren anderer Kommunen, sagte Stadtbrandinspektor Guido Scherp.

Dabei ist die Hilfe im Notfall für andere Kommunen weiter kostenlos. Technische Hilfeleistungen werden dagegen abgerechnet. Sie bringen Geld in die Stadtkasse, belasteten aber die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zusätzlich. „Wir sind am Limit“, sagte Wehrführer Manuel Zeich. Werde die IKZ ausgeweitet, brauche die Freiwillige Feuerwehr mehr als 1,5 feste Stellen.

Bisher unterstützen ein hauptamtlicher Gerätewart und eine Sachbearbeiterin in Teilzeit die Einsatzkräfte. „In so einer Größenordnung wie in Hofgeismar ist es mit einer Einsatzabteilung allein nicht mehr zu leisten“, erläuterte Stadtbrandinspektor Scherp.

Ein Lichtblick: Beim Nachwuchs haben die Hofgeismarer keine Probleme. Angesichts von 30 Mitgliedern in der Jugendwehr gilt sogar ein Aufnahmestopp in der Kernstadt.

Zu schaffen macht den Hofgeismarern dagegen - wie vielen anderen Kameraden - das immer geringere Verständnis für die Arbeit der Retter: Dass es sich um Ehrenamtliche handelt, sei immer weniger Bürgern klar, erklärte Zeich. Auch das Verständnis für laute Einsatzfahrten sinke.

Im gesamten Stadtgebiet Hofgeismar sind 187 Feuerwehrleute aktiv, die 2015 zu 191 Einsätzen ausrückten. Dabei zählte der zehntägige Hessentag nur als ein Einsatz. Es gibt 85 aktive Jugendfeuerwehrleute in Hofgeismar und den Ortsteilen.

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