Feuerwehr und Kommunen sehen keinen Handlungsbedarf bei Löschteichen

Mit Schilf zugewachsen: Astrid Salfer steht an dem Löschteich in Langenthal, der renaturiert wurde. Alle anderen Löschbecken sind geschlossene Zisternen. Foto: H. Schmdt

Hofgeismar. Keinen Handlungsbedarf sehen Feuerwehren und Kommunen im Kreisteil Hofgeismar nach dem tragischen Unfall in Neukirchen.

Wie berichtet, waren dort am Samstag drei Kinder in einem Löschteich ertrunken.

„Der Löschteich ist auch bei uns nicht besonders gesichert. Er ist ein Teich wie jeder andere“, sagt Hofgeismars Kreisbrandinspektor Guido Scherp, Es stünden jedoch Warnschilder an dem Gewässer. „Soweit mir bekannt ist, ist dort noch ne etwas passiert.“

Ebenso verhält es sich mit dem Löschteich, der sich in der Hand der Gemeinde Liebenau befindet: „Es gibt keine Sicherungen, aber etwas vorgefallen ist dort noch nichts“, sagt Bürgermeister Harald Munser. Es gebe auch noch andere Gewässer, wie die Diemel oder Warme.“ Die könne man auch nicht einzäunen.

Dem stimmt Wolfgang Finis, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Hofgeismar zu: „Jedes Gewässer birgt Gefahren, Badeunfälle sind aber selten.“ Löschteiche seien eher sporadisch anzutreffen, meist bei Aussiedlerhöfen oder Industrieanlagen, so Finis.

Ein Zaun um einen solchen Teich basiert auf Freiwilligkeit, sagt Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel: „Es liegt innerhalb der DIN-Norm eine Empfehlung vor, die vorsieht, dass ein Zaun um einen solchen Löschteich gezogen wird“. Aber es würde letztendlich in der Hand der Gemeinden liegen, ob sie einen bauen würden.

Insgesamt besitzen nur wenige Gemeinden im Kreisteil Löschteiche, die meisten beziehen das Wasser für die Feuerwehren aus Zisternen oder den normalen Leitungen. Vorhandene befinden sich in privater Hand, wie zum Beispiel die Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg. „Seit Anfang an haben wir einen hohen Zaun mit Kette. Nur mit einem Schlüssel erhält man Zugang zum Wasser“, sagt Klaus-Dieter Henne vom technischen Dienst. In den vergangenen 28 Jahren sei dort noch nie etwas vorgefallen.

Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft gab es im 2015 488 Badetote, darunter 27 Flüchtlinge. Marita Kahr aus Bad Karlshafen kümmert sich ehrenamtlich um Asylsuchende in ihrer Stadt: „Wir gehen mit ihnen gerne ins Schwimmbad, aber richtigen Unterricht können wir dort nicht erteilen.“ Ihr sei aber aufgefallen, dass viele Männer aus Aleppo oder Damaskus schwimmen könnten, dadurch könnten auch ihre Kinder sich im Wasser bewegen. „Viele Frauen hingegen können es nicht, auch wenn wir es uns wünschen würden.“ Diese blieben Teichen aber eher fern und sorgen dafür, dass ihre Kinder nicht zu nah ans Wasser gehen. „Es wäre schön, wenn wir mithilfe des Landkreises etwas anbieten könnten“, so Kahr.

„Schwimmkurse sind fast nur über Ehrenämter zu leisten“, sagt Michael Conrad vom Regierungspräsidium Kassel. In der Caldener Erstaufnahme werde Sport angeboten, Schwimmunterricht mache aber erst in den späteren Unterkünften Sinn.

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