Flieger bleibt bei Vorwürfen zu Startzeiten

Flughafen weist Kritik ab - „Sicherheit war niemals beeinträchtigt“

Flugüberwachung: Im Caldener Flughafentower fehlt seit Wochen Personal. Aus Krankheitsgründen gab es am Dienstag von 14.30 bis 15, 17 bis 17.30 Uhr und 19.45 bis 20 Uhr keinen Flugbetrieb, zudem begann er eineinviertel Stunden später, weil sonst die maximal zulässige Arbeitszeit überschritten worden wäre. Urlaubsflieger waren und sind nicht betroffen. Archivfoto: Thiele

Calden. Mit Verwunderung hat die Flughafen GmbH in Calden auf Berichte unserer Zeitung zu Betriebseinschränkungen durch Erkrankungen von Fluglotsen reagiert.

Der Flughafen sei am 6. März und davor regulär geöffnet gewesen. Wenn es zu Einschränkungen gekommen sei, dann bei der Flüssigkeit des Flugverkehrs und beim Service, „in keinem Fall jedoch im Hinblick auf die Sicherheit des Betriebs", betonte eine Flughafensprecherin.

Die von dem Freizeitflieger Dr. Norbert Frank bemängelten Verzögerungen im Flugbetrieb seien nicht die Folge eines krankheitsbedingten Ausfalls gewesen, diese seien erst am 8. März eingetreten und auch bekanntgemacht worden. Zudem seien die Öffnungszeiten des Flughafens im Winterhalbjahr nicht von 6 bis 22 Uhr, sondern von 7.30 bis 20 Uhr (von Mai bis August bis 21.45 Uhr).

Die für den Freitag, 11. März, angekündigten Einschränkungen wurden zurückgenommen, der am 8. März erkrankte Lotse war wieder im Dienst.

Der Flughafen weist Behauptungen zurück, dass es bei Spritmangel oder Notfällen ein Sicherheitsrisiko geben könnte. Der Pilot müsse zwingend soviel Treibstoffreserve an Bord haben, dass er einen Ausweichflughafen erreichen könne. Weiterhin habe der Caldener Flughafen für Privatpiloten und kleinere Flugzeuge keine hohen Landegebühren, sie bewegten sich im üblichen Rahmen.

Pilot Dr. Norbert Frank räumte gestern ein, dass er sich im Datum um eine Woche vertan habe, die fraglichen Verzögerungen beim Start habe es nicht am 6. März, sondern am 28. Februar gegeben, als sehr schönes Flugwetter war. Im Übrigen bleibe er aber bei allen seinen anderen Vorwürfen bezüglich der schlechten personellen Ausstattung der Flugüberwachung im Caldener Tower: „Das lässt sich auf den Bandmitschnitten der Funkgespräche überprüfen.“

Ein Vertreter einer Flugfirma am Caldener Airport bestätigte gestern gegenüber der HNA, dass es seit Jahresanfang Einschränkungen im Flugbetrieb gebe, weil im Tower Personal fehle: „Derzeit geht es noch, aber wenn Ende März die Sommerzeit beginnt und die Fliegerei richtig startet, dann wird es eng“.

Aushilfen nicht möglich 

Auf HNA-Anfrage erklärten der Flughafen und die für den Lotseneinsatz verantwortliche Firma Austro Control, dass es nicht möglich sei, für erkrankte Fluglotsen kurzfristig Ersatz zu finden, weil sie drei bis sechs Monate für einen Flugplatz trainieren müssten. Am 8. März sei die Zahl der einsatzfähigen Fluglotsen unterhalb der festgelegten Sollstärke gewesen. Wie hoch die Lotsenzahl ist, wollte der Flughafen nicht sagen. Nach unbestätigten Angaben lag diese ursprünglich bei acht Personen, als zwei angehende Ruheständler ihre Nachfolger einarbeiteten. Die optimale Stärke für Calden seien (mit Urlaubs- und Krankheitsvertretung) sechs Personen. Derzeit seien es vier.

Pilot Dr. Norbert Frank, dessen Schreiben an den Flughafen bislang unbeantwortet blieben, stellte fest, dass man durch den Presseartikel immerhin miteinander ins Gespräch gekommen sei.

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