Bürger haben Gülle-Bauern in Verdacht

In Hofgeismar stinkt's: Bereits Beschwerden beim Ordnungsamt eingegangen

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Unangenehm: Viele Hofgeismarer beschweren sich derzeit über ekehaften Gestank in der Stadt, der wahrscheinlich von Gülle kommt.

Hofgeismar. Als Peter Kliem am Mittwoch das schöne Wetter auf seiner Terrasse genießen wollte, machte ihm etwas einen Strich durch die Rechnung: „Es hat bestialisch gestunken."

Auch an draußen Sitzen sei überhaupt nicht zu denken gewesen. So klingen auch die Berichte anderer Hofgeismarer, weshalb sich die Beschwerden beim Ordnungsamt der Stadt bereits türmen.

Nahe liegt, dass der Gestank von der Gülle kommt, die die Landwirte zurzeit auf ihre Felder bringen. Doch da das ja öfter vorkommt, wundern sich die Hofgeismarer, wieso der Gestank gerade diesmal so unerträglich ist.

„Ich kann mir vorstellen, dass es an der Hitze liegt“, sagt Ingrid Eckardt, die am Schützenhofweg wohnt. Der Gestank sei eine Zumutung und man könne trotz der Temperaturen kein Fenster öffnen. Sie vermutete erst, dass der Gestank von einem Schweinemastbetrieb herrührt. Doch schnell war klar, dass der Grund für „diesen scharfen und penetranten Geruch“ woanders zu suchen ist.

Beim Regionalbauernverband war der mysteriöse Geruch bis Freitag noch kein Thema. Momentan sei die Zeit, um Gülle auf die Felder zu bringen und die Landwirte könnten mit ihrer Arbeit auch nicht warten, bis es kühler wird, um so vielleicht die Geruchsbelästigung zu verringern. „Zurzeit ist es windstill und Hitze tut ihr Übriges dazu“, sagt Stefan Strube vom Regionalbauernverband „Aber man weiß nicht, wie sich das Wetter entwickelt, deshalb müssen die Bauern jetzt auf die Felder, um die guten Temperaturen und die Trockenheit auszunutzen.“ Landwirte seien immer bestrebt, die Geruchsbelästigung beim Gülle aufbringen so gering wie möglich zu halten, indem sie die Stoffe schnell in die Erde einarbeiten.

Beim Hofgeismarer Ordungsamt will man der Sache nachgehen. Es seien einige Beschwerden eingegangen und man müsse nun prüfen, warum der Gestank in den vergangenen Tagen so stark war. „Wir gehen zurzeit noch Hinweisen nach“, sagt Christian Lass vom Ordnungsamt. „Herauszufinden, von welchem Landwirt die Gülle möglicherweise kommt, gestaltet sich sehr schwierig.“ Wenn dies gelänge, müsse man prüfen, um welche Art Dünger es sich handele und mit dem betroffenen Bauern „ins Gespräch gehen“.

Der Gestank hat sich mittlerweile offenbar etwas verflüchtigt. Peter Kliem: „Am Donnerstag und Freitag war es auszuhalten, vorher unerträglich. Wenn das so weitergegangen wäre, hätte ich die Polizei gerufen.“ Man habe sogar selbst nach Gülle gestunken.

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