Keine Trautermine in der Burg

Hofgeismar will Probleme mit Sababurg klären

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Tauwetter: So frostig wie auf diesem Bild soll es in den neuen Gesprächen zwischen Burgbetreiber Günther Koseck (Bild) und der Stadt Hofgeismar nicht zugehen. Koseck ist hier mit einem der Kunstwerke zu sehen, die im und am Dornröschenschloss Sababurg von verschiedenen Künstlern mit Bezug auf die Märchen der Grimms und vor allem das Rosenmotiv gestaltet wurden. 

Hofgeismar. Die Stadt Hofgeismar und die Pächter der Sababurg wollen nun in Gesprächen eine Linie finden, um den Weiterbetrieb der Sababurg positiv zu gestalten.

Beide Seiten sind an einer möglichst reibungslosen Fortführung des Burg- und Gastronomiebetriebs interessiert, während das Land dem Pächter bereits zum Jahresende 2015 gekündigt hat und die Burg zur Sanierung für zwei Jahre schließen will.

Wegen dieser unsicheren Lage kann die Stadt Hofgeismar derzeit keine Termine für Trauungen im Standesamt auf der Sababurg vergeben, was Bürgermeister Markus Mannsbarth sehr bedauert. „Wir haben eine Fürsorgepflicht für die Bürger und wollen niemanden enttäuschen. Wenn wir jetzt noch Trautermine annehmen, besteht ein Risiko, ob sie wirklich stattfinden können“, sagt Mannsbarth angesichts der Klage der Burgpächter gegen die Vertragskündigung. Denn solch ein Rechtsstreit könne mitunter auch außergerichtlich und früher als erwartet beigelegt werden.

Die Stadt hat wegen der großen Bedeutung des Dornröschenschlosses Sababurg für die touristische Werbung - Hofgeismar wird seit Kurzem als Dornröschenstadt vermarktet - großes Interesse daran, dass der Betrieb auf der Sababurg möglichst ohne Unterbrechungen weiterläuft. Vom Land hat die Stadt allerdings trotz mehrmaliger Nachfragen keine konkreten Aussagen zum Beginn und zur Dauer der Sanierungsarbeiten bekommen. Der Vertrag sei gekündigt und nach dem Auszug der Pächter würden die Sanierungen beginnen, hieß es aus Wiesbaden.

Kritik der Sababurgpächter, die Stadt hätte die Termine der Trauungen reduziert, um dem Gastronomiebetrieb zu schaden, wies der Bürgermeister zurück. Es habe in 2015 auf der Burg sogar zehn Trauungen mehr gegeben als 2014.

Die Familie Koseck kritisiert, dass die Trautermine auf der Sababurg von der Stadt Hofgeismar reduziert (und außerdem die Gebühren unsozial erhöht) worden seien, so dass gerade in der Hauptbuchungszeit im Frühjahr Hochzeitsinteressenten abgewiesen werden mussten. „Uns drängt sich der Eindruck auf, dass das von Anfang an geplant war: Durch weniger Termine sollen wir massiv Umsatz verlieren und wirtschaftlich unter Druck geraten, doch gleichzeitig soll sich das nicht im Stadtsäckel niederschlagen. Deswegen 66 Prozent mehr.“ Diese Parallele und dazu die Dornröschenaktivitäten Hofgeismars seien ein märchenhafter Zufall.

Die Burgpächter bezeichnen es als Vertragsbruch, dass die Stadt Hofgeismar derzeit keine Trautermine für das Standesamt auf der Sababurg vergibt. Dabei hätten die Pächter klargestellt, dass es bislang keine Räumungsaufforderung oder -klage gebe und dass es wohl bis Ende 2016 zu keiner Betriebsschließung auf der Sababurg kommen werde.

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