Übrige Fraktionen stimmten zu

Hofgeismarer Parlament ebnet Burger King den Weg - Linke übt Kritik

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Junge Frau mit Burger: 17 Jahre nach dem Versuch von McDonalds, sich in Hofgeismar anzusiedeln, gibt es Debatten über Burger King. Die fallen aber wesentlich kürzer aus.

Hofgeismar. Die Pläne für einen Burger King-Schnellimbiss in Hofgeismar haben eine erste Hürde genommen: Das Parlament brachte rechtliche Veränderungen auf den Weg.

Die sind notwendig, damit auf dem Gelände am Gewerbegebiet Jahnsportplatz der Neubau möglich wird. Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit gefasst, aber nicht ohne Debatte.

Rolf W. Viereck (Linke) erinnerte nämlich daran, dass vor 17 Jahren eine McDonalds-Ansiedlung für hitzige Diskussionen sorgte. Der Burger King-Konkurrent kam nicht. „Doch diese Thematik hat uns damals sehr beschäftigt und nun rutscht das so runter“, sagte Viereck. Das liege der Linken „quer im Hals“. Burger King sei eine Essenskultur, „die wir nicht unterstützen können“. Er führte Kritikpunkte an wie Bezahlung der Mitarbeiter, gewerkschaftliche Vertretung und das hohe Müllaufkommen bei Fast-Food.

Seine Schlussfolgerung: „Wir haben die Möglichkeit, die Hürde so hoch wie möglich zu setzen: Wer so essen möchte, kann nach Vellmar fahren.“ Dort ist das nächste McDonalds. Das provozierte Reaktionen aus den anderen Fraktionen: „Der Ruf nach einem Schnellrestaurant in Hofgeismar ist laut“, sagte Philipp Weck (SPD). Daher freue sich die SPD, dass man nicht mehr nach Vellmar und Warburg fahren müsse.

Ingo von Germeten-Neutze (FDP) ging noch weiter: „Es widerspricht meinem Politikverständnis, wenn sich Parlamentarier als Nanny aufführen.“ Verfolge man die Idee der Linken konsequent, müsse man auch Kneipen in Hofgeismar schließen. „Seien Sie entspannt und freuen Sie sich, dass so etwas kommt“, so sein Rat an Viereck.

„Wir sind nicht die Bevormunder der Bevölkerung“, sagte Waltraud Vialon, CDU-Fraktionschefin. Man solle den Bürgern zutrauen, die Entscheidung selbst zu treffen. Außerdem sei die Qualität des Fast Foods besser geworden.

So eine Debatte wie um den Schnellimbiss hätte er sich um den Bau der Spielhalle gewünscht, die gerade entsteht, sagte Stefan Dworak (WSD).

Die Aufstellungsbeschlüsse für die Flächennutzungsplanänderung und den Bebauungsplan wurden mit großer Mehrheit gefasst. Es gab nur zwei Gegenstimmen der Linken und eine Enthaltung.

Ein Unternehmer aus dem Raum Northeim plant am Jahnsportplatz das Restaurant mit 60 Sitzplätzen und einem Drive-In-Schalter.

Projektentwickler und Architekt ist der Hofgeismarer Horst Rössner.

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