Überstunden im dreistelligen Bereich

Hofgeismarer Polizeistation braucht mehr Einsatzkräfte

Hofgeismar. Die Polizisten in Nordhessen fordern von Hessens Landesregierung eine deutliche Anhebung der Zahl der Beamten.

Angesichts aktueller Entwicklungen seien die Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben nicht mehr zu bewältigen. Das ist das Fazit der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Hofgeismar der Gewerkschaft der Polizei (GdP). 

Nach Angaben der Gewerkschafter hatte im Oktober jeder Beamte der Polizeistation Hofgeismar 197 Überstunden angesammelt. Mindestens zwei, besser fünf weitere Kräfte seien nötig. Je nach Berechnung sind aktuell 35, teilweise unter 30 Beamte dort im Einsatz. 

Der GdP-Bezirksgruppenvorsitzende Stefan Rüppel wie auch der Personalratsvorsitzende des Polizeipräsidiums Nordhessen, Claus Vestweber, beklagten zudem eine zu schlechte Bezahlung der Beamten mit einer Nullrunde in 2015 und nur einprozentigen Steigerungen bis 2018. Während in anderen Bundesländern besser bezahlt werde und Polizisten deswegen und wegen der besseren Beförderungsmöglichkeiten dorthin abwanderten, halte sich Hessen bei der Polizistenbezahlung zurück, sagte Rüppel. 

Das sei nicht nur eine mangelnde Wertschätzung des Einsatzes der Polizisten, sondern demotiviere auch. Rüppel: „Das werden wir uns nicht gefallen lassen.“ Grundsätzlichere Kritik gab es an der Personalpolitik des Landes. Die 1000 neuen Polizeikräfte würden erst 2019 zur Verfügung stehen und etliche würden vorher noch abspringen, hieß es. Es dürfe nicht nur in Vorzeigeprojekte wie Spezialeinheiten investiert werden, die Menschen wollten die Polizei auch auf der Straße sehen. So aber bleibe die präventive Polizeiarbeit auf der Strecke. 

Stefan Rüppel bat den früheren CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Walter Lübcke, diese Stimmung mit nach Wiesbaden zu nehmen. Der jetzige Regierungspräsident Lübcke sagte aber, dass er für diese Polizei-Bereiche nicht mehr zuständig sei.

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Rubriklistenbild: © dpa

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