Fünf Parteien am Verhandlungstisch

Klinikneubau in Hofgeismar erneut verschoben: Uneinigkeit über Standort

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Krankenhaus am Krähenberg: Dort (rechts unten) sollte ursprünglich die neue Kreisklinik hin. Nun ist die Sache offen.

Hofgeismar. Bei der Suche nach einem Standort für einen Krankenhausneubau in Hofgeismar gibt es auch nach einem Spitzengespräch aller Beteiligten keine Lösung: Nun sollen noch einmal zwei Monate lang die Möglichkeiten geprüft werden.

„Das Interesse an einer gemeinsamen Lösung ist groß“, sagt Landrat Uwe Schmidt. So sollen die Gespräche zwischen der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und dem Evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen am Krähenberg weitergehen.

Der Gesundbrunnen wünscht sich, dass die GNH ihre neue Kreisklinik neben dem Evangelischen Krankenhaus baut. Dabei gehe es vor allem um Synergien. Vorteile für beide Häuser entstünden nur, so die bisherige Argumentation, wenn die Kliniken fußläufig nebeneinander stehen und Patienten von einem Haus ins andere geschoben werden könnten. Sobald eine Straße dazwischen wäre, müssten Krankentransporte stattfinden. Das würde die Sache umständlicher und teurer machen.

Die GNH lehnt den Standort am Krähenberg ab - Hintergrund sind Probleme mit Stromleitungen, Helikopterlandungen und der Bodenpreis. Das Grundstück ist eine Ausgleichsfläche für den Flughafen Calden und damit nur teuer zu bekommen. Der Gesundheitskonzern bevorzugt nach HNA-Informationen ein Gelände am Ortsrand mehrere Hundert Meter vom Krähenberg weg.

Fünf Parteien am Verhandlungstisch

Um eine Einigung über das 37-Millionen-Euro-Projekt herbeizuführen, hatte Landrat Schmidt Vertreter der beiden Krankenhäuser, den Hofgeismarer Bürgermeister Markus Mannsbarth und den Krankenhausreferenten des Hessischen Ministeriums für Soziales, Jochen Metzner, eingeladen. Kreis, Stadt Hofgeismar und Land haben Interesse an zwei starken Kliniken in Hofgeismar, treten aber sonst eher als Vermittler auf.

Zu den Details der Verhandlungen äußert sich Schmidt nicht. Im Rahmen des konstruktiven Gesprächs im Kreishaus seien alle vorhandenen Alternativen für den Neubau und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kranken-häusern offen und sachlich besprochen worden, heißt es lediglich.

Aber wer hat mit seiner Argumentation recht? Es kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt Stimmen, die halten die Gründe der Gesundheit Nordhessen für vorgeschoben. Wenn man wirklich dort bauen wolle, seien die Hindernisse ausräumbar, sagen sie.

Der Vorwurf: Der neue GNH-Chef wolle nicht an den Krähenberg, weil sein Amtsvorgänger den Standort favorisiert habe. Völliger Quatsch, sagen dagegen Insider, die eher der Gesundheit Nordhessen nahestehen.

Das Problem der Ausgleichsflächen und der Hochspannungsleitungen sei nicht von der Hand zu weisen. Sie kritisieren, dass die Altenhilfe sich kaum bewegt. Klar ist allerdings: Mit dem gut funktionierenden Krankenhaus am Krähenberg wird die Altenhilfe nicht einfach umziehen können.

Frist verschoben 

Die Verzögerung wird das Projekt aber offensichtlich nicht in Gefahr bringen: Zwar sollten die Förderanträge für die 15 Millionen längst eingereicht sein. Das Land Hessen habe aber signalisiert, dass eine solche Lösung nicht an den Fristen für die Gewährung von Fördermitteln, scheitern werde, sagt Landrat Schmidt.

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