Freiluft-Küche für die Baunataler Diakonie

Kochen im Wald: Die bauliche Voraussetzung dafür haben Uli Bräuning (rechts) und Gunnar Seng mit ihrer Outdoor-Küche geschaffen. Mitarbeiter und Bewohner der Baunataler Diakonie haben die Küche bereits in Gebrauch genommen. Foto:  Temme

Hofgeismar. Totes Holz aus dem Reinhardswald, ausrangiertes Metall vom Schrottplatz - aus solchen Materialien zaubern Uli Bräuning und Gunnar Seng architektonische Objekte.

Ihr jüngstes Projekt entstand Ende vergangenen Jahres auf dem Gelände der Baunataler Diakonie in Hofgeismar - dort bauten die beiden Grebensteiner für die Bewohner eine Outdoor-Küche, also eine Gelegenheit zum Kochen im Freien.

Oberhalb der Gärtnerei der Baunataler haben Architekt Bräuning und Landschaftsgärtner Seng nahe eines kleinen Waldstücks das außergewöhnliche Bauwerk realisiert. „Die Formensprache ist uns stets sehr wichtig - hier dominiert vor allem die runde, schwebende Form“, erklärt Seng. Fast an einen Fächer erinnert das Dach, welches nur durch diagonal aufgestellte zusammenlaufende Streben gehalten wird.

In Umgebung integrieren

Natürlich ist für die beiden Baumeister der Ort selbst ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung ihrer Arbeiten. So seien sie stets bestrebt, ihre Projekte in die Umgebung zu integrieren. Auch der Recyclinggedanke spielt eine große Rolle: „Was andere wegwerfen, dem geben wir noch einen Sinn“, bemerkt der 44-jährige Landschaftsgärtner. Somit bekämen Dinge wieder Beachtung, die zuvor zur Entsorgung bereitgestanden hätten. Daneben legen die Künstler auch Wert auf Regionaliät. Was immer sie verbauten, käme aus der Umgebung, denn mit der Region fühlten sie sich sehr verbunden.

Da Bräuning und Seng nicht nur handwerklich einiges drauf haben, sondern auch künstlerisch wertvolle Arbeit leisten, sind all ihre Arbeiten wahre Hingucker. Ein Baumhaus auf einem Kasseler Kinderspielplatz, einen Kinderbauernhof mit ganz speziellen Treppenkonstruktionen oder auch einen offenen Stall für Tiere in extravaganter Bauweise haben sie etwa in Kassel realisiert. „ Kunst in den Alltag zu bringen, ist eines unserer Ziele und das verwirklichen wir auf ganz unterschiedliche Art und Weise.“

Zwei Monate war das Team für die Diakonie tätig. „Hier haben wir Arbeitsstunden im Wert von 20 000 Euro reingesteckt - leider ist gerade mal ein Fünftel des Geldes geflossen, so dass wir der Diakonie die Kochstelle mehr oder weniger geschenkt haben“, äußern die Grebensteiner.

Bauwagen neben Küche

Zentraler Punkt der Outdoor-Küche ist die Feuerstelle, die aus massivem Stahl gefertigt wurde. Hinter der Arbeitsfläche haben die Gestalter Raum für Beete gelassen, so dass man ohne Probleme die dort angebauten Kräuter erreichen kann. Neben der Küche steht ein Bauwagen, von Bewohnern und Mitarbeitern der Diakonie wird das kleine Areal Kleeblatt-Camp genannt, weil es von der gleichnamigen Wohngruppe überwiegend genutzt wird.

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