Bauamtsleiter: Baugenehmigung liegt noch nicht vor

Pläne für Schweinemaststall in Hombressen vorgestellt

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Diskussionsstoff in Hombressen: Das Archivbild zeigt die Bio-Schweine von Bauer Fritz Hold aus Obermeiser. In Hombressen soll ein Schweinestall derselben Art entstehen.

Hombressen. Der geplante Schweinestall des Hombressers Karl-Dieter Wienand wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Anwohner sehen vor allem den Standort problematisch und teilten ihre Bedenken gegenüber dem Bauvorhaben mit.

Keine Baugenehmigung

Über den Stand des Genehmigungsverfahrens informierte der Bauamtsleiter der Stadt Hofgeismar Karl-Heinz Gerland bei der öffentlichen Ortsbeiratssitzung: „Es liegt noch keine Baugenehmigung vor, bisher ist nur eine Bauvoranfrage positiv beantwortet worden.“ Das bedeutet, dass alle rechtlichen Vorgaben für den Bau des Stalls grundsätzlich erfüllt werden. Die Entscheidung über den Bau fällt in letzter Instanz die Bauaufsicht des Landkreises, welche sich jedoch vorher die verschiedenen Zustimmungen einholt.

Allerdings ist von Hombresser Bürgern ein Widerspruch eingelegt worden – mit einer entsprechenden Unterschriftensammlung. Dieser werde momentan geprüft, teilte die Bauaufsicht des Landkreises mit.

Problem ist der Standort

Die Tatsache, dass auf dem Land ein Schweinestall gebaut werden soll, ist nicht das Problem – sondern der Standort. Denn bekannt ist, dass ein Schweinestall auch mal unangenehme Gerüche verursacht. Da der Schweinestall auf einem Acker gebaut werden soll, der nicht allzu weit von Sportplatz, Reithalle und Anwohnern entfernt ist, gibt es die Proteste. Der Bauantragsteller Karl-Dieter Wienand hat in diesem Zusammenhang bereits eine Geruchsanalyse vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) durchführen lassen. Das Ergebnis lautete, dass ausgenommen des Reitplatzes kein Hombresser Schüler, Fußballer oder Anwohner unmittelbar betroffen wäre. Der Stall halte somit die Geruchsimmissions-Richlinien ein.

Sorgen der Bevölkerung

Problematisch ist jedoch, dass die Bürger sich auf die Berechnungen der Experten vom LLH nicht verlassen möchten - auch weil diese für den Laien kaum nachvollziehbar sind. „Die Berechnungen nehmen Geruchsspitzen als Grundlage“, sagt Wienand. Das heißt, dass die maximale Reichweite des Gestanks die Grenzwerte nicht überschreiten darf. Der Maximalwert sei zudem eher hoch gegriffen.

Die umliegenden Sportstätten, die Schule und die Anwohner sind tatsächlich aber nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt, sodass es für einige schwer zu glauben ist, dass tatsächlich keine Geruchsbelästigung vorliegen wird. Hinzu kommt die Befürchtung der Hombresser, dass das Verkehrsaufkommen im Schrotweg, welcher zum Stall führt und für viele der Grundschüler der Schulweg ist, deutlich steigen würde.

Bei der Diskussion wurde seitens der Hombresser Bürger mehrmals betont, dass sich der Protest nicht gegen die Familie Wienand richte, sondern ausschließlich der Standort im Fokus der Kritik stehe. Karl-Dieter Wienand machte deutlich, dass es nicht seine Absicht sei, einen Stall gegen den Willen der Menschen zu bauen.

Alternativen gesucht

Wienand erklärte, dass er grundsätzlich bereit sei, auf eine andere geeignete Fläche auszuweichen. Jedoch müsse diese verschiedene Voraussetzungen, wie vertretbare Erschließungskosten, Bebaubarkeit und eine Stallausrichtung nach Süden erfüllen. „Es gibt Alternativen, wo momentan die Realisierungsmöglichkeiten geprüft werden“, erklärt Wienand.

Die Suche finde in Kooperation mit dem Ortsbeirat statt. Die Prüfung der Alternativen solle in den nächsten acht bis zehn Wochen abgeschlossen werden.

Hombressen. Der geplante Schweinestall des Hombressers Karl-Dieter Wienand wurde am Mittwochabend der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von Luis Hartmann

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