Mit Plakat gegen Gerüchte: Hombresser Markt bleibt offen

Leere Regal im Hombresser Lädchen befeuerten die Gerüchteküche in dem Hofgeismarer Ortsteil, dass Traditionsgeschäft könnte verschwinden. Inhaber Marc Reitz (34, Foto)geht offensiv damit um: Ein Plakat an der Eingangstür zeigt, was er vorhat: den Laden zu erhalten. Foto: Temme

Hombressen. Leere Regal im Hombresser Lädchen befeuerten die Gerüchteküche, dass Traditionsgeschäft könnte verschwinden. Inhaber Marc Reitz (34, Foto) geht offensiv damit um.

Im Kühlregal wartet eine letzte Pizza, gekauft zu werden. Auch weiter vorn im Laden ist das Angebot begrenzt: Ein paar Milka-Schokoladen, etwas Hundefutter und einige Toastbrote liegen zwischen den vielen leeren Regalen im Hombresser Edeka-Lädchen. Dass irgendwas nicht stimmt im Traditions-Einkaufsmarkt, ist nicht zu übersehen - doch das soll sich bald ändern.

Kein Wunder, dass im Dorf seit Wochen das Gerücht kursiert, dass nun auch das letzte Geschäft im Ort schließen werde. Darauf hat Marc Reitz, der vor drei Jahren den Laden von seinem Vater übernahm, reagiert: „Trotz der Gerüchte bleibt der Laden weiterhin geöffnet“, steht gut lesbar an der Eingangstür des jahrhundertealten Einkaufsmarktes.

Fast 200 Jahre konnten Hombresser bei Familie Reitz sich mit Grundnahrungsmitteln und vielem mehr versorgen. „Inzwischen bekommt man hier nicht mal mehr ein einfaches Mittagessen zusammen“, sagt eine Kundin.

Doch was ist eigentlich los und wie soll es weitergehen? „Da fast 40 Jahre nicht in den Laden investiert wurde, musste ich dies nun tun“, erklärt der 34-jährige Reitz. So habe er die gesamten Kühltruhen entsorgen müssen, da diese allein 1400 Euro Stromkosten pro Monat verursacht hätten. Auch die Wände, vor denen die alten Kühlsysteme standen, waren marode, mussten erneuert werden.

Ersetzt wurde zudem die Beleuchtung im 400 Quadratmeter großen Lädchen. „Die Investitionen haben einen gewissen Engpass hervorgerufen“, sagt Reitz, holt kurz Luft und ergänzt lächelnd: „Doch ich werde das schultern, wir werden alles tun, um den Laden hier zu erhalten.“

Der Jungunternehmer hat sich von der Handelskette Edeka getrennt und ist zu Gutkauf gewechselt. Das bedeute für die Kunden, dass es nach wie vor Markenartikel geben wird, zusätzlich aber auch Niedrigpreis-Produkte. „Nach und nach will ich jetzt das Warensortiment langsam wieder hochfahren - ich hoffe, dass meine ehemaligen Kunden dann wieder den Weg zu mir zurückfinden.“

Der Mini-Supermarkt im Herzen von Hombressen sei wichtig: „Wir sind der Treffpunkt im Ort - hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, es wird eingekauft oder gemeinsam ein Kaffee genossen.“

Vor allem viele Ältere seien ihrem Dorfladen noch treu geblieben, nutzten den Lieferservice. Getränke, aber auch Lebensmittel bringe er in den Abendstunden zu seinen Kunden. „Für mich als ältere alleinstehende Frau ist der Laden enorm wichtig - ich hoffe, dass er uns erhalten bleibt“, sagt Seniorin Irmgard Kersting. Unterstützt wird der Lebensmittelhändler von seiner Mutter Rita Reitz, die mit ihrem Mann 35 Jahre lang den Laden führte. Hinzu kommt eine Angestellte. Für Reitz ist der kleine Markt weit mehr als nur ein Arbeitsplatz, schließlich ist er mit dem Laden groß geworden, kennt fast alle seine Kunden mit Namen.

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