11 000 Besucher feierten im Tierpark 

Sababurg: So authentisch ist das Mittelalter Spectaculum

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Besondere Klänge: Da man sich in der Mittelalterszene kennt, taten sich die Bands Tarranis und Unvermeydbar (aus Hofgeismar) zu einer Darbietung zusammen. Musik, die nicht alltäglich ist, präsentierten die beiden Formationen.

Sababurg. Das Mittelalter Spectaculum im Tierpark ist eine der erfolgreichsten Veranstaltungen der Region. Wir haben Gäste, Akteure und Veranstalter gefragt: Wie authentisch ist es?

Den Herd ersetzt eine Feuerstelle, das Nachtlager findet auf Fellen statt und anstatt Fernsehschauen werden gemeinsam Lieder gesungen: Lagerleben wie vor mehreren Hundert Jahren war nur eine Attraktion von vielen, die die Besucher beim Mittelalter Spectaculum im Tierpark Sababurg am Wochenende erleben konnten.

Staksende Hexen: Die Waldhexen waren auf dem großen Marktplatz unterwegs, belustigten die Besucher, wo auch immer sie auftauchten.

„Mit mehr als 11 000 Besuchern beim ersten Veranstaltungstag haben wir einen Rekord gebrochen“, sagte Karl Görnhardt von der Parkleitung. Kostümiert waren nicht nur Standbetreiber, Künstler und Leute, die am Lagerleben teilnahmen, auch viele der Besucher kamen als Burgfräulein, Magd, Gaukler oder Ritter zu dem Ereignis. „Für uns ist das Entspannung pur - fast jedes Wochenende besuchen wir eine mittelalterliche Veranstaltung, vergessen dann einfach mal den Alltag“, erklärte Julia Fröhlich aus der Nähe von Paderborn. Auch wenn nicht alles mittelalterlich sei, so käme dennoch diese Atmosphäre auf.

Ähnlich bewertete auch Lisa Althoff die Veranstaltung, die mit der Gruppe Thorsson Viking Design drei Tage nahe des Festplatzes campierte. „Natürlich haben wir unsere Smartphones dabei, nutzen Wasser aus Kanistern, bringen Essen wie Nutella mit, doch im Großen und Ganzen versuchen wir schon, die Zeit nachzuempfinden.“ Deshalb wurde gegen Abend auch das Feuer angemacht, auf dem dann Gemüse und Fleisch zubereitet wurden und später wurde auf Fellen genächtigt. Eine soziale Hierarchie, wie es sie oft damals gab, wird in dieser Gruppe nicht gelebt. Einige andere hingegen zogen auch das während ihres Aufenthaltes durch.

Abgesehen von einigen Details kam das alte Handwerk authentisch rüber: Ob Messerschleifer, Löffelschnitzer, Seiler oder Lederer - sie gaben Einblicke in ihre Fertigkeiten. Auch bei den Essensständen mussten Kompromisse eingegangen werden. „Es wäre schon schöner, wenn Wildschwein, Spanferkel oder Kartoffelspalten auf Holztellern serviert würden, doch das ist verboten wegen der Hygiene“, sagt Dr. Sandy Rödde vom Tierparkteam.

Auch die Musik sorgte für Flair. Dudelsäcken und Flöten wurden Töne entlockt, die an das Mittelalter erinnerten. „Bei uns ist es eine Mischung, wir haben schon mittelalterliche Elemente dabei“, erklärte Johannes Laubert von der Hofgeismarer Band Unvermeydbar.

Das Gleiche gilt für die Formationen Tarranis und Fabula, die ebenfalls musikalisch die Veranstaltung begleiteten. Für Unterhaltung sorgten zudem die Blankwaffenkämpfe auf dem Turnierplatz. „30 Kilogramm wiegt meine Rüstung, sie wurde einer aus dem 15. Jahrhundert originalgetreu nachempfunden“, so Sascha Arens, der in seiner Freizeit Kämpfe als Ritter absolviert. Fast 4000 Euro koste eine solche Ausstattung.

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