Trauungen auf der Sababurg: „Die Situation ist unerträglich“

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Beliebter Ort, um zu heiraten: Da die Stadt vom Land keine offizielle Antwort hat, ob Trauungen auf der Sababurg noch möglich sind, nimmt sie keine Termine mehr an.

Sababurg/Hofgeismar. Die Stadt Hofgeismar hat bisher vom Land Hessen keine offizielle Antwort, ob noch Trauungen auf der Sababurg möglich sind.

Deshalb nimmt sie keine Termine für Trauungen dort mehr an, weil sie niemanden enttäuschen wolle, falls der Betrieb schließt, sagte Bürgermeister Markus Mannsbarth im Gespräch mit der HNA. Hotelpächter Günther Koseck dagegen ist überzeugt, dass der Betrieb weiterläuft, mindestens bis in den Herbst hinein.

Bei der Stadt ist man sichtlich verstimmt über die Unsicherheit in Bezug auf die Sababurg als Paradepferd ihrer Tourismuswerbung, da man wegen fehlender Informationen durch das Land nicht kalkulieren könne. Die Stadt habe seit dem Sommer, als die Kündigung des Pachtvertrages zum Jahresende und die Kaufverhandlungen mit dem Landkreis Kassel bekannt wurden, nichts Offizielles über den weiteren Fortgang erfahren.

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Bürgermeister Mannsbarth: „Wir wissen nicht, wann und wie die Sanierung erfolgt und ob dann noch weiterhin Trauungen möglich sind.“ Der Stadt wäre es am liebsten, wenn trotz Umbauarbeiten Trauungen möglich bleiben. Schon jetzt leide die touristische Attraktivität. „Die jetzige Situation ist einfach untragbar für die Stadt und die Region“, sagt Mannsbarth. Für das Marketing der Dornröschenstadt wäre das Fehlen der Angebote auf der Burg eine Katastrophe. Die aktuelle Situation tue weder der Stadt noch der Familie Koseck gut.

Die Stadt Hofgeismar wolle eine aussagekräftige Information vom Land Hessen über das weitere Geschehen. Auch die Mitarbeiter des Hotels haben sich inzwischen an die Stadt Hofgeismar gewandt mit der Bitte um Hilfe und Auskunft, wie es weitergehe.

Auf das Schreiben der Stadt hat das Hessische Finanzministerium lediglich geantwortet, dass es Gespräche mit dem Landkreis Kassel gebe und dass man sich wegen der Trauungen an das Hessische Immobilienmanagement in Kassel wenden müsse. Von dort, so erfuhr die HNA, würde man aber bei Anfragen nach Trauungen an den Pächter Koseck verwiesen.

Der aber ist inzwischen auf die Stadt Hofgeismar gar nicht mehr gut zu sprechen. Er beklagt, dass es wegen der Trauungen einen Vertrag zwischen der Stadt und dem Hotel gebe, aber die Stadt den nicht einhalte und mehrfach Trauungstermine gestrichen habe, unter anderem wegen des Hessentages. Dadurch seien dem Hotel Einnahmen von 60 000 bis 70 000 Euro entgangen, weshalb man jetzt juristisch tätig werde.

Günther Koseck vermutet sogar, dass die Stadt die Trauungen absichtlich reduziert, um dem Burgbetrieb zu schaden und sich das Thema Dornröschen selbst anzueignen, wie er gegenüber der HNA sagte. Darüber und auch wegen der Nutzung des Dornröschenlogos durch die Stadt wollte Koseck schon mehrfach mit dem Bürgermeister sprechen, doch bislang sei dieser trotz Terminvereinbarungen nie zu sprechen gewesen.

Für den Hotelbetrieb selbst hat Koseck schon das gesamte Jahr 2016 verplant. Bezüglich der Klage Kosecks gegen die Kündigung durch das Land hat dieses noch zwei Wochen Zeit für eine Klageerwiderung. Vor Mitte Februar werde sich da nichts Neues ergeben. Und ein Gerichtsverfahren werde erst kurz vor der Sommerpaus stattfinden und man sei optimistisch zu gewinnen. Doch selbst wenn man verliere, könne der Hotelbetrieb wegen der Fristen noch bis in den Herbst weiterlaufen.

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