Trotz Regiotram: Studenten zieht es nicht aufs Land

Kein Argument für Studenten aufs Land zu ziehen: die Regiotram. Archivfoto: Thiele

Hofgeismar. In Kassel suchen Studenten fieberhaft nach bezahlbarem Wohnraum, doch das Umland profitiert nicht davon. Im Gegenteil.

Selbst Studierende, die aus Gemeinden des Kreisteils Hofgeismar kommen, zieht es nach Kassel.

„Je näher der Campus, desto begehrter der Wohnraum“, fasst die Sprecherin des Studentenwerkes der Uni Kassel, Brigitte Schwarz, die Situation zusammen. In Kommunen entlang der Regiotram wird die Aussage bestätigt. „Kurzzeitig gab es einmal Überlegungen in der Nähe des Bahnhofs Wohnraum für Studenten zu schaffen“, sagt Lars Obermann von der Stadt Immenhausen. Wegen der befürchteten mangelnden Nachfrage wurde der Plan verworfen.

Wäre die Stadt interessant für die angehenden Akademiker, würde sich das schon jetzt bei den Zuzügen niederschlagen. Die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen müsste steigen. Doch das ist nicht der Fall. Etwa 60 Neubürger in diesem Alter kann die Stadt Immenhausen pro Jahr begrüßen. „So viel wie immer“, heißt es im Einwohnermeldeamt. Ähnlich ist es in Grebenstein, das auch direkt an der RT-Linie liegt: 52 dieser Altersgruppe kamen im Vorjahr.

Die Fahrt mit der Regiotram, so interessant sie für Einheimische ist, schreckt auswärtige Studenten ab. „Wer die Region nicht kennt, der will in Kassel wohnen, wenn er dort studiert“, sagt Schwarz.

Wohnungsinhaber in der Region versuchen zwar, den Mangel an Wohnraum zu nutzen und Studenten als Mieter zu gewinnen, hat das Amt für Bodenmanagement festgestellt. Doch oft vergebens. Eine verstärkte Vermittlung auf diesem Sektor gebe es nicht, weiß der Hofgeismarer Immobilienmakler Horst Kramer aus Erfahrung. Zum Wintersemester hatten sich über 24 000 Studenten in Kassel eingeschrieben. Weil nicht genug Wohnungen für Erstsemester da waren, hatte das Studentenwerk an private Vermieter appelliert, sich zu melden.

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