Wenige Besucher bei Hofgeismarer Kulturfestival - Hauptact Blue Onions lieferte gute Show ab

Gelten nicht umsonst als Deutschlands Blues Brothers Tribute Band Nummer eins: die Blue Onions lieferten eine grandiose Show beim ersten Hofgeismarer Kulturfestival ab. Fotos: S. Hoffmann

Hofgeismar. Sie hatten sich so dermaßen ins Zeug gelegt, die Mitglieder des Kulturforums, um den Hofgeismarern am Wochenende ein unvergessliches Kulturfestival mit erstklassigen Live-Acts zu servieren. Es ist ihnen geglückt, keine Frage, doch leider hat es die Hofgeismarer nicht interessiert - zumindest nicht so, wie man es hätte erwarten können.

Mit bis zu 5000 Besuchern auf dem Festivalgelände am Reithagen hatten die engagierten Kulturmacher von Freitag bis Sonntag gerechnet und auch entsprechend groß geplant: zwei große Bühnen, zig Getränke- und Essensstände, unzählige Helfer und ein Programm, das sich wirklich sehen lassen konnte. Vergebene Mühe, während am Freitag bei freiem Eintritt zwar einige hundert Besucher zum Turnhagengelände gekommen waren, herrschte am Samstag bei bestem Wetter mit strahlendem Sonnenschein gähnende Leere. Wo sich eigentlich tausende Kulturbegeisterte tummeln sollten, waren es gerade mal ein paar Hand voll hartgesottener Musikfans, die am späten Nachmittag mit den Kasseler Rockdinos, der Band Anyway, in die Zeit der Hippies reisten. „Jetzt könnt Ihr aber mal die Tore aufmachen, damit die Massen endlich reinkommen“, nahm es Frontmann Wolfgang Siupka mit Humor und spielte sich mit seinen Kollegen tapfer durch Klassiker der Musikgeschichte von „Stand by me“ bis „Come Together“.

Kaum anders erging es der Trommelgruppe der „Goldenen Elf“ und den Musikern von „The Sixties Unplugged“, die mehr oder weniger für sich allein auftraten. Erst zu späterer Stunde, als mit den Blue Onions der Hauptact die Bühne betrat und seine furiose Blues Brothers Tribute Show startete, füllte sich der Platz vor der Bühne zumindest ein wenig. Es mögen am Ende 150, vielleicht auch 200 Zuhörer gewesen sein, auf jeden Fall viel zu wenig, was bei schlappen 20 Euro Eintritt für Deutschlands angesagteste Blues Brothers Tribute-Band wirklich nicht zu verstehen ist.

Wer nicht da war, hat auf jeden Fall etwas verpasst, denn was die Blue Onions da auf den Reithagen zauberten, war ganz großes Kino. Jake und Elwood reisten im originalen 1974er Bluesmobil an, natürlich begleitet von Police Officers aus Chicago Illinois, die die Band das komplette Konzert über bewachen und immer wieder eingreifen mussten, wenn es einmal zu wild wurde. Und das wurde es nicht selten, während es mächtig Soul, Rock und Rhythm & Blues der legendären Blues Brothers auf die Ohren gab.

Zum Sonntag bei freiem Eintritt rafften sich dann glücklicherweise wieder einige mehr auf, unterm Strich aber bleibt die Enttäuschung - und die Hoffnung, dass die Mitglieder des Kulturforums der an sich gelungenen Veranstaltung im nächsten Jahr eine erneute Chance geben.

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