Nach Vorstoß der Bürgermeister

Eltern wehren sich gegen höhere Kita-Gebühren im Kreisteil Hofgeismar

Immenhausen. Dass Eltern bald mehr Geld für die Betreuung ihrer Kinder zahlen sollen, stößt im Kreisteil teilweise auf große Kritik.

„Familien sind die Keimzellen der Gemeinden. Sie sollten gefördert anstatt geschröpft werden“, heißt es in einem offenen Brief von Jörg Siebert, Vorsitzender der Elternbeiräte des Kindergarten Kirchwegs in Immenhausen. Er reagiert damit auf den Vorstoß von neun Bürgermeistern, die gemeinsam für eine Erhöhung der Kindergarten-Gebühren plädieren.

Siebert verweist unter anderem auf Versprechen des vergangenen Kommunalwahlkampfes, mit denen die SPD „für ein familienfreundliches Immenhausen“ warb und die CDU „gar keine Steuern und Abgaben erhöhen wollte“, solange ein ausgeglichener Haushalt bestehe. „Es bleibt zu hoffen, dass sich die Fraktionen daran erinnern“, so Siebert.

In Calden zeigt man Verständnis für die „klammen Kassen der Kommunen“. „Irgendwie muss ja Geld eingenommen werden“, sagt Michael Wetzel vom Elternbeirat des Kindergartens Naseweis.

Daniel Klein vom Elternbeirat des Grebensteiner Kindergartens sieht auf einige Eltern finanzielle Probleme zukommen, falls die Kosten für die Kinderbetreuung erhöht werden. „Es bleibt ja nicht bei dieser einen Gebühr, die Kosten erhöhen sich in allen Lebensbereichen. Für manche Familien kommt dann schnell eine Summe zusammen, die sie nicht ohne weiteres tragen können.“

In Bad Karlshafen steigen die Kita-Kosten jedes Jahr um 3,5 Prozent. Laut Bürgermeister Ullrich Otto sollen die Gebühren darüberhinaus auch nicht erhöht werden. „Ich habe mich den anderen acht Bürgermeistern aus Solidarität angeschlossen“, so Otto. „Das heißt nicht, dass die Eltern in Bad Karlshafen und Helmarshausen beim Thema Kinderbetreuung noch mehr Belastungen zu erwarten haben.“

Hintergrund der Kritik

Neun Bürgermeister aus dem Kreisteil Hofgeismar haben vor kurzem eine Pressemitteilung herausgegeben und darin gemeinsam und parteiübergreifend für eine Erhöhung der Kindergarten-Beiträge plädiert. Als Gründe nennen sie die teilweise sehr angespannten Haushaltslagen der Kommunen und die Tariferhöhungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sowie gestiegene Sach- und Betriebskosten. 

Trendelburg ist die einzige Kommune im Kreisteil, die die Kosten laut Bürgermeister Kai Georg Bachmann nicht erhöhen will. Bisher kostet ein Kindergartenplatz im Kreisteil Hofgeismar zwischen 120 und 214 Euro.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto dpa

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