Eigenes Kind schwer krank

Holzhäuser Familie sammelte 5000 Euro für Verein Kinderherzen

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Sagen Danke: Daniela und Leon Wehrmann mit Papa Marco Barthel. Auf dem Plakat: „Ein Kind ist wie ein Schmetterling. Manche fliegen höher, aber alle fliegen so gut sie können.

Holzhausen. So ganz waren Daniela Wehrmann, Marco Barthel und ihr vierjähriger Sohn Leon dann doch nicht vorbereitet auf dieses Hoffest mit seinen mehr als 1500 Besuchern. Zumindest nicht auf dessen emotionale Seite.

„Nicht nur wir, auch viele unserer Gäste haben Rotz und Wasser geheult“, berichtet Marco Barthel. Der Vater hatte sämtliche Dämme mit einer bewegenden Rede eingerissen: Über seinen vierjährigen Sohn, der seit seiner Geburt mit einem schweren Herzfehler kämpft, über die Kraft, die die junge Familie bei fünf aufwendigen Herzoperationen aufbringen musste - und über die Dankbarkeit für die unglaubliche Unterstützung (die HNA berichtete). „So kennen viele Marco sonst nicht, diesen Bär von einem Mann“, ergänzt Daniela Wehrmann.

Doch das Hoffest sollte nicht nur eine Gelegenheit sein, um Danke zu sagen. 4780 Euro haben Leon und seine Eltern an Spenden gesammelt und die Summe auf 5000 Euro aufgerundet. Das Geld geht an den Verein Kinderherzen, der sich für herzkranke Kinder wie den vierjährigen Holzhäuser weltweit engagiert.

„Was wir vom Verein Kinderherzen an Unterstützung bekommen haben, können wir kaum wieder gut machen“, sagt Barthel, „aber wir können es versuchen“. Leons erste Operation fünf Tage nach der Geburt kostete die Familie bereits eine sechsstellige Summe.

Traf den Nerv des Hoffestes: Unterhalter Reiner Irrsinn. Der Nordhesse baute den Spendenaufruf in sein Show-Programm ein und verzichtete auf einen Teil seiner Gage.

Den Spendenmarathon leitete ein Motorradclub aus Immenhausen ein. Die Biker riefen die Familie zu sich, legten 350 Euro auf den Tisch und machten klar: Die Sache kann losgehen. „Und dann ging es auch los“, erinnert sich der Vater. Noch Tage später kamen in der Fleischerei Barthel Spenden an, viele Unterstützer übergaben das Geld auch mit einigen persönlichen Worten.

Der Erfolg des Hoffestes sei zu einem guten Teil auch den mehr als 80 freiwilligen Helfern zu verdanken, betonen die Barthels. Die kamen vom TSV Holzhausen, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Roten Kreuz, auch die Gemeinde und natürlich die Mitarbeiter der Fleischerei halfen der Familie mit der Veranstaltung.

Als Glücksgriff erwies sich auch das Engagement von Party-Nordhesse Reiner Irrsinn. Der Entertainer sorgte nicht nur für Stimmung, er baute den Spendenaufruf in sein Programm mit ein und verzichtete selbst auf einen Teil seiner Gage. Auch für die Live-Musiker von Madison war ihr Auftritt eine Herzensangelegenheit: Keyboarder und Sänger Kevin Müller, selbst in Holzhausen zu Hause, blieb gleich für beide Hoffest-Tage da.

Nach dem Trubel der letzten Wochen nimmt sich die Familie jetzt erst einmal Urlaub. Drei Tage immerhin, es ist die erste richtige Auszeit für sie seit sechs Jahren. Die Holzhäuser wollen Kraft tanken, die sie wohl noch gut gebrauchen können. 2018 wird Leon, hoffentlich zum letzten Mal, am Herzen operiert. Das Ziel: Möglichst nah ran an den Normalbetrieb.

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