Pfadfinder wehren sich gegen rechte Gruppe

Rechte Gruppe wollte in Immenhausen Silvester feiern

Das Zentrum Pfadfinden: Hier ist momentan nur wenig Betrieb. Über Silvester versuchte eine rechte Gruppe, sich hier einzumieten.
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Das Zentrum Pfadfinden: Hier ist momentan nur wenig Betrieb. Über Silvester versuchte eine rechte Gruppe, sich hier einzumieten.

Immenhausen. Unter falschem Namen hat eine rechte Jugendgruppe versucht, im Zentrum Pfadfinden Immenhausen Silvester zu feiern. Doch der Hausherr setzte die Rechten vor die Tür.

Denn der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) war nach einem Hinweis auf die Gäste aufmerksam geworden.

In einer Stellungnahme macht der BdP selbst den Vorfall öffentlich: Demnach handelte es sich um Sturmvogel - deutscher Jugendbund, der zu den völkisch-nationalistischen Jugendorganisationen gezählt werde.

Unter dem Deckmantel einer Kinderfreizeit hätten etwa 70 bis 100 Personen auf dem Gelände außerhalb der Stadt Silvester feiern wollen. Dabei seien „Autos einschlägig bekannter Rechtsextremisten“ vorgefahren.

Doch man habe dies zunächst nicht erkennen können, erklärt BdP-Vorstandsmitglied Oliver Wunder: Die Rechten hatten sich als Pfadfindergruppe Wandervogel für fünf Tage angemeldet, eine routinemäßige Überprüfung im Netz bei der Buchung brachte nichts Verdächtiges zutage.

Zudem war das Pfadfinderzentrum schwach besetzt: Nur zwei Mitarbeiter hätten über die Feiertage dort gearbeitet, Sturmvogel war der einzige Gast. Erst der Hinweis einer Bekannten habe den BdP auf die Gruppe aufmerksam gemacht.

Weil auch viele Kinder dabei waren, sei die Entscheidung, Sturmvogel vor die Tür zu setzen, nicht leicht gefallen, sagt Wunder. Aber der BdP habe sich immer wieder ganz klar von solchen Gruppen distanziert und tue dies auch weiter.

Ob der Besuch der Rechten im Pfadfinderzentrum Immenhausen Provokation war oder sie wirklich nur Platz für ihre Veranstaltung suchten, sei unklar, sagt Wunder.

Laut BdP war es der erste Vorfall dieser Art. Der Bundesvorstand prüfe nun, wie man solche Vorfälle in Zukunft verhindern könne.

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