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Kampf gegen Schädlinge: Drohne auf Erfolgskurs

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Von: Göran Gehlen

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Grimelsheim. Vor einem Jahr machte das kleine Örtchen Grimelsheim Schlagzeilen: Mit ferngesteuerten Drohnen und echten Wespen bekämpft man dort den Maiszünsler, einen Schädling.

Mittlerweile ist es um das Pilotprojekt auf den Feldern des Liebenauer Landwirts Eike Hancken stiller geworden - doch am mangelnden Erfolg liegt das nicht.

Denn das Projekt des Landes Hessen ist so erfolgreich, dass die Fläche vergrößert wurde. 140 Hektar Acker, rund 200 Fußballfelder, werden in Nordhessen mittlerweile per Drohne abgeflogen. Mit 50 Hektar hatte man vor einem Jahr angefangen.

Das Prinzip: Mit einer ferngesteuerten Drohne werden Kugeln ausgebracht, in denen Eier der Trichogramma-Schlupfwespe sind. Die Wespen verlassen die Kugeln, kriechen die Pflanzen entlang und suchen nach dem Maiszünsler. Finden sie Gelege des Kleinschmetterlings, legen sie eigene Eier hinein. Dadurch reduziert sich die Zahl der Maiszünsler um bis zu 85 Prozent.

So kann dem Schädling, der sich aufgrund der Klimaerwärmung immer weiter ausbreitet, Einhalt geboten werden ohne giftige Chemie.

„Es gibt aber immer noch ein hohes Preisniveau“, sagt Bauer Eike Hancken. 60 bis 80 Euro kostet ein Hektar mit der Drohne. Die Hoffnungen auf sinkende Kosten haben sich bisher nicht erfüllt, auch wenn der nun eingesetzte Hexacopter deutlich mehr Kapazität hat als sein Vorgängermodell.

Einen großen Anteil am Preis haben die Wespeneier, die mit rund 45 Euro pro Hektar zu Buche schlagen. Im Trendelburger Raum gebe es einen Landwirt, der die Eier deshalb manuell ausbringt - also ohne Drohne.

Doch das lohne sich kaum, auch wenn man ein bisschenGeld spare, sagt Michael Lenz vom Pflanzenschutzdienst Hessen. Denn die Drohne sei viel effizienter: So genau wie das mit GPS gesteuerte Flugobjekt könne keine Mensch die Wespeneier verteilen.

Der Maiszünsler gilt als gefährlicher Schädling für Mais. Ein starker Befall kann bis zu dreißig Prozent Ernteausfall im Körnermais verursachen.

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