Keine finanzielle Unterstützung

"Blamage für den Kreis Kassel": Klose fühlt sich mit Kunstprojekten allein gelassen

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So sehen georgische Kinder Hombressen: Jugendliche aus Georgien wollen im Juli nach Hombressen kommen. Ihrer Vorfreude drückten sie in Bildern aus. In ihrer Fantasie hat der kleine Ort sogar einen Bahnhof, auf dem sie empfangen werden. Artur Klose schultert bisher allein das Projekt.

Hombressen. Artur Klose hat ein Kunstzentrum in Hombressen gegründet. Für einen Trickfilmworkshop besucht ihn eine Gruppe junger Georgier, Unterstützung vom Landkreis bekam er nicht.

Nicht kleckern, sondern klotzen - das dachte wohl Artur Klose, als er sich einen Namen für sein Domizil in Hombressen überlegte. „German Center of modern Art“ nennt der 45-Jährige neuerdings sein Zuhause, denn dort soll künftig viel Künstlerisches stattfinden. Mit gleich zwei Projekten will Klose sein Zentrum in der kommenden Zeit beleben: Einem Trickfilmworkshop für georgische Jugendliche sowie einer Ausstellung mit russischen Künstlern.

„Das ist eine riesige Blamage für den Landkreis Kassel“, wettert Klose, der beim Kreis um finanzielle Unterstützung für den Besuch der georgischen Gruppe gebeten hatte. Zwölf Jugendliche werden Ende Juli nach Hombressen kommen, um bei Klose einen Trickfilm-Workshop zu absolvieren und die Region kennen zu lernen. „Außer meinem Garten werden sie nichts zu sehen bekommen, denn ich habe das Geld nicht für mehr.“ Außerdem müssten sie in Zelten in seinem Garten übernachten, da ja niemand seine Hilfe angeboten hätte.

Farbenfrohe, fröhliche Bilder über Hombressen haben die georgischen Kinder im Vorfeld gemalt, schließlich freuten sie sich sehr auf diesen Besuch. „Eigentlich soll jedes Jahr eine Gruppe hier herkommen - doch sie werden wohl einsehen, dass sie hier nicht willkommen sind.“

Sollte jemand Interesse haben, das Austausch-Projekt zu fördern, kann er sich bei dem gebürtigen Polen Klose melden. Er sei über jegliche Hilfe dankbar. Da die Stadt Hofgeismar ihm bei einem ähnlichen Projekt eine Absage erteilt hatte, habe er dieses Mal erst gar nicht gefragt, so der Trickfilmer.

Anklage an Hauswand

Nicht zu übersehen: An seiner Hauswand präsentiert Klose ein Kunstwerk, welches sich mit einer Aussage der Kasseler Kinderbeauftragten auseinandersetzt. Die Arbeit zeigt Auszüge aus einem Telefonprotokoll.

Was Klose mit bestimmten Amtsinhabern so alles erlebt, bringt er gerne der Öffentlichkeit näher. Aktuell hat er einen Auszug aus einem Telefonprotokoll mit der Kasseler Kinderbeauftragten an sein Haus gepinselt. „Darin hat sie mir erklärt, dass die Stadtverordneten für Kinder und Jugendliche kein Geld ausgeben wollen - wer mir nicht glaubt, kann gerne zu mir kommen, ich kann alles beweisen.“

Das Geschreibsel an der Hauswand ist nicht nur ein veröffentlichter Dialog, sondern auch ein Kunstwerk. Eine polnische und russische Künstlerin seien so empört über diese Aussage gewesen, dass sie eine Gemeinschaftsarbeit daraus gemacht hätten.

In eine Galerie im Grünen soll sich der große Garten im Bruchweg 8 ab sofort jeden Samstag verwandeln. „ Als erstes zeige ich Plakatkunst von Anton A. Myrzin - er ist Russe und lebt derzeit im Asyl in der Ukraine.“ In Russland gehe man für das Zeigen dieser Bilder drei Jahre ins Gefängnis. Daneben stellt er Arbeiten von Vasily Slonov aus, „einer der bekanntesten Künstler dieses Planeten“, welcher ebenfalls systemkritisch arbeitet.

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