Kinderporno-Prozess: Experte aus Wiesbaden sagte gegen Lehrer aus

Frankenberger Land. Mit der Vernehmung eines auf Kinderpornografie spezialisierten Beamten aus dem Bundeskriminalamt ist der Strafprozess gegen einen 48 Jahre alten Lehrer aus dem Landkreis am Donnerstag fortgesetzt worden.

Der vom Dienst suspendierte Pädagoge muss sich wegen 147 kinderpornografischer Bilddateien verantworten, die auf zwei seiner PCs sichergestellt wurden.

Der Hauptkommissar, der pro Jahr „mehrere tausend Verfahren“ bearbeitet, sagte aus, ihm sei keine Webseite bekannt, die Erwachsenen-Pornografie mit Kinderpornos vermische. Die Angabe des Angeklagten, er sei beim exzessiven Surfen über Erwachsenen-Pornoseiten „zufällig“ und ohne Absicht auf Kinderpornografie-Seiten im Internet gelandet, halte er für „fast ausgeschlossen“.

Kinderpornografie sei weltweit strafbar. „Gerade die großen Anbietet und die bekannten Betreiber von Suchmaschinen tun sehr viel, um diese Dinge zu vermeiden.“

In „ganz seltenenen Fällen“ hätten polizeiliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Kinderpornografie zu Frauen als potenziellen Tätern geführt. Diese hätten dann aber nur als „Anschluss-Inhaberin“ für ihren Ehemann oder Lebensgefährten fungiert.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit nahm der BKA-Beamte Stellung zu bestimmten Suchbegriffen, über die man Kinderpornografie-Seiten im Internet aufrufen könne.

Auf Nachfrage des Pflichtverteidigers sagte der BKA-Experte, er halte es für „sehr unwahrscheinlich“, dass sich über so genannte „Pop ups“ Kinderporno-Seiten beim Surfen im Internet von selbst öffneten. Es gebe einen „sehr großen Unterschied“ zwischen Kinderpornos und dem, was man heute als Jugendpornografie bezeichnete, stellte der Hauptkommissar klar. Der Begriff „Kinderporno“ beziehe sich eindeutig auf Jungen und Mädchen unter 14 Jahren.

Es gebe spezielle Internet-Foren. „Da werden Links gepostet“, sagte der Beamte aus Wiesbaden. „Das ist überwiegend ein geschlossener Kreis.“

(off)

Die Verhandlung wird am 22. November fortgesetzt.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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