Das Göttinger Colloquium führt Erderwärmung auf verstärkte Sonnenaktivität zurück

Die Klimawandel-Leugner

Joachim Baurmeister, Initiator des Göttinger Colloquiums.

Bad Karlshafen. Das „Göttinger Colloquium“, ein Kreis heute überwiegend pensionierter Wissenschaftler und Ingenieure, beschäftigt sich seit 1988 mit „offenen Verantwortungsfragen in Wissenschaft und Technik“. Das Treffen in diesem Jahr zum Thema Klimawandel war erstmals öffentlich und fand durch die Bemühungen des Initiators und Bad Karlshafners Joachim Baurmeister erstmals in Bad Karlshafen statt.

Bürgermeister Ullrich Otto hatte - wie er in seiner Begrüßung berichtete - trotz kritischer Stimmen die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Nach seinem Demokratieverständnis seien „Austausch von Meinungen und Fakten zum Thema Klima wichtig und richtig“, sagte Otto und hoffte „im Sinne der Objektivität“ auf eine sachliche Diskussion.

Objektivität kündigte auch der Titel des Vortrags von Friedrich-Karl Ewert, ehemals Geologieprofessor an der Universität Paderborn, an: Fakten zum Klimawandel - ein Beitrag zu objektiver Orientierung. Ausgehend von der Darstellung historischer Klimaveränderungen aufgrund verschiedener natürlicher Ursachen verwies Ewert auf eine langsame Erderwärmung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zunehmende Sonnenaktivität sei wahrscheinlich der Grund.

„Menschen nicht Ursache“

Eine Beschleunigung der Erwärmung in den vergangenen Jahrzehnten durch vom Menschen verursachte Kohlendioxydemissionen schließt er aus. Die Erwärmung habe schon vor den Emissionen eingesetzt, der Anteil des von Menschen erzeugten CO2 am natürlichen Umsatz des Planeten sei zu gering.

Was die Veranstaltung nun gebraucht hätte, wäre die eingangs erhoffte wissenschaftliche Diskussion, vertritt doch eine große Mehrheit von Wissenschaftlern ganz andere, sehr gut belegte Standpunkte. Stattdessen bestärkten sich die Redner in ihrer Meinung und bedauerten den „hohen volkswirtschaftlichen Schaden“, den die ihrer Meinung nach sinnlosen Klimaschutzmaßnahmen verursachten.

Die Einwendung von Walther Zimmerli, Präsident der Technischen Universität Cottbus, dass die Entwicklung und Vermarktung CO2-effizienter Technologien wirtschaftlich positiv zu betrachten sei, fanden im Göttinger Colloquium keine Anerkennung.

Ölkatastrophe verharmlost

Mitglieder des Vereins „Eike“ (Europäisches Institut für Klima und Energie) nahmen der Veranstaltung endgültig den Anspruch objektiver Wissenschaft. Ein Blick auf die Website der Gruppe mit der Diskreditierung erneuerbarer Energien oder der Verharmlosung der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko gibt Aufschluss über die Interessen des Vereins.

CDU-Sprecherin dabei

Nicht offiziell, sondern weil sie mit dem Referenten befreundet sei, verfolgte die umweltpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Marie-Luise Dött (CDU), die Veranstaltung und bewertete diese im Gespräch mit der HNA durchweg positiv. „Umweltschutz statt Klimaschutz“ und die „Abwägung von Ökologie, Ökonomie und Sozialem“ nannte sie nach dem Gehörten als politische Ziele. HINTERGRUND, KOMMENTAR

Von Markus Löschner

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