Heuberg: Windkraftgegener bemängeln fehlende Informationen

Kritik an Infopolitik

Sechs Anlagen geplant: Die Windenergieanlagen am Heuberg (aus den Antragsunterlagen) sollen je 200 Meter hoch werden mit 126 Meter Rotordurchmeser. Grafik: nh

Hofgeismar/Hann. Münden. Kritik an der Informationspolitik der SPD und der Stadt Hofgeismar in Sachen Windkraft erhebt der Kantige Tisch, der Zusammenschluss mehrerer Bürgerinitiativen der Region. Wie die Sprecherin Gabriele Niehaus-Übel (Bursfelde) erklärte, würden Informationen zum aktuellen Verfahrensstand von Windkraftanlagenplanungen nicht herausgegeben, obwohl sie vorlägen. Deshalb lädt der Kantige Tisch die Hofgeismarer Bürger ein, an der Informationsveranstaltung der Stadt Hann. Münden am Sonntag, 29. Mai, teilzunehmen (siehe Infoabend). Dort geht es um Planungen im Reinhardswald.

Die Hofgeismarer SPD-Fraktion habe direkt nach der Kommunalwahl erklärt, dass sie die versprochene Realisierung des Windparks am Heuberg zügig vorantreiben wolle. Es sei aber wenig passiert. Am 9. Mai habe SPD-Fraktionschef Peter Nissen in der Stadtverordnetenversammlung bekannt gegeben, dass der Antrag für den Bürgerwindpark am Heuberg noch nicht gestellt sei, da er sich noch in der Vorprüfung befinde.

Mitglieder einer Bürgerinitiative des Kantigen Tisches hätten aber vom Regierungspräsidium (RP) Kassel erfahren, dass der Antrag der Projektierer-Firma WPD auf den Bau von sechs Windkraftanlagen am Heuberg bereits am 19. April beim RP eingegangen, die Vorprüfung abgeschlossen und der Antrag am 28. April zur Vollständigkeitsprüfung an weitere Behörden versandt worden sei. Darin sei eine Karte vom 16. Februar mit einer Übersicht der Standorte enthalten. Das, so Niehaus-Uebel, stehe in eklatantem Widerspruch zu Nissens Aussage.

Wiederholte Anfragen der BI an die Stadt Hofgeismar seien inhaltlich unbeantwortet geblieben. Bisher gab es keine Aussage, wann die Stadt eine Veranstaltung anbiete, in der über die geplanten Standorte und mögliche Beeinträchtigungen informiert werde. Ebenfalls unklar für den Bürger sei, wann die Unterlagen eingesehen werden können.

Wie die BI erfahren habe, habe die Projektierungsfirma ein Verfahren beantragt, bei dem die Unterlagen nach der Vollständigkeitsprüfung öffentlich ausgelegt werden. Niehaus-Uebel: „Warum will die Stadt Hofgeismar diese Informationen zurückhalten und die Bürger damit entmündigen?“ Das Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung reduziere das finanzielle Risiko für WPD, da die Firma die Widerstände aus der Bevölkerung besser einschätzen könne. Eine Offenlegung in den Sommerferien dürfte Stadt und Planern entgegen kommen. Nur wer Einwendungen fristgerecht einbringe, könne später klagen. Laut Kantigem Tisch sei es wichtig, dass Hofgeismarer Bürger bei SPD und Linken rasch eine Informationsveranstaltung einfordern. (eg/tty)

Von Thomas Thiele

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