Artur Klose aus Hombressen zeigte in Russland Videobeitrag über Uwe Schmidt

Künstler klagt Landrat an

Nimmt kein Blatt vor den Mund: Artur Klose zeigt zwei Fliegenklatschen, die Moskauer Kunststudenten erarbeiteten als Protest gegen den Kasseler Magistrat wegen der Probleme bei der Slonow Ausstellung. Klose selbst machte ein Video, in dem er Landrat Schmidt anklagt. Foto:  Temme

Hombressen. Er ist der Mann, der Landrat Uwe Schmidt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht hat. Allerdings macht Künstler Artur Klose in einer Videobotschaft nicht Werbung für den Chef des Kreises Kassel. Bei einer renommierten Veranstaltung im russischen Norilsk zeigte er einen fünfminütigen Beitrag über seine Erfahrungen mit Schmidt, welche kein gutes Licht auf diesen werfen.

„Nicht bei irgendeiner Museumsnacht, sondern der zehnten der russischen Förderation habe ich bei der Eröffnung meinen Film gezeigt“, sagt der 45-Jährige. Da er in Russland kein Unbekannter sei, habe man ihn gebeten darzustellen, wie er Deutschland und seine Strukturen erlebe. Für den Neubürger Hombressens ein gefundenes Fressen, schließlich hatte er in der Vergangenheit Erfahrungen mit der deutschen Verwaltung sammeln dürfen - meist allerdings keine guten.

Landrat Schmidt lernte Klose bei einem Weihnachtkonzert im Vorjahr in Gottsbüren kennen und sprach ihn auf seine Projekte an. „Er hat mir seine Email aufgeschrieben, zeigte sich interessiert an meiner Arbeit und schlug ein Treffen vor.“ Seine Aufgabe sieht Klose im Vermitteln der deutschen Sprache. Er selbst habe Deutsch erst als Erwachsener gelernt und zwar durch das Lesen von Comics. So möchte er auch anderen Sprache und Kultur des Landes näher bringen, schließlich werde er im Ausland sogar als Botschafter der deutschen Sprache angesehen, wie er sagt.

Nachdem zwei Emails und ein Brief nicht beantwortet wurden und kein Treffen zustande kam, entschied sich Klose, dies in einem Video festzuhalten. „Darin kläre ich über die Verlogenheit der nordhessischen Verwaltungsstrukturen auf - alle die, die nicht dazu gehören, sind nicht erwünscht.“

Vorwürfe gegen die Stadt

Doch nicht nur Schmidt, auch das Kasseler Rathaus findet in dem Clip Erwähnung. Ihnen wirft der Künstler ebenfalls „Verlogenheit“ vor, hatte er doch eine Ausstellung des bekannten russischen Künstlers Slonow organisiert, dabei hätte man ihm Steine in den Weg gelegt. „Wochenlang hat man mich hingehalten und schließlich bemängelt, keinen Antrag gestellt zu haben, obwohl ich mehrmals nachgefragt hatte“, entrüstet er sich. Dies sei eine bewusste Verweigerung der Stadt gewesen.

Laut Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn sieht Uwe Schmidt den Videobeitrag eher entspannt - das hätte er unter künstlerischer Freiheit verbucht.

Warum sich der Hombresser derart aufregt, kann man beim Landkreis nicht verstehen. Es habe ein Treffen mit ihm gegeben, bei dem Klose Forderungen gestellt hätte, die unmöglich für den Kreis zu schultern gewesen wären, so Kühlborn. „Wir haben ihm geraten, sich an das Goetheinstitut oder an das Auswärtige Amt zu wenden.“ Dass es eine Zusammenkunft tatsächlich gegeben hat, bestätigt auch Klose, allerdings erst Monate später und eben nicht mit Schmidt selbst, sondern mit Pressesprecher Kühlborn.

„In anderen Ländern werden Pressekonferenzen abgehalten und ich werde von Bundesministerien begrüßt - hier in Nordhessen kann ich nicht mal einen Landrat treffen - das sagt viel über die Strukturen in diesem Land aus“, beschwert sich Klose.

Von Tanja Temme

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