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Landwirte verzichten weiterhin auf Gentechnik

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Hofgeismar. Mit Gentechnik wird auch in Zukunft im Landkreis Kassel nicht angebaut. Schon 2007 hat der Kreistag eine gentechnikfreie Zone angestrebt. „Ein Erfolg ist, dass ein Netzwerk aller gegründet wurde, die gegen Gentechnik sind. Da arbeitet der Landkreis mit dem Schwalm-Eder-Kreis zusammen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Darin ist inbegriffen, dass Schulkantinen und Freizeiteinrichtungen auf Gentechnik verzichten. „Zudem versucht der Gebietsagrarausschuss den Bauernverband mit einzubeziehen.“ Das sei auf lokaler Ebene gut gelungen.

Für die Landwirte ist Gentechnik kein Thema: „Die Landwirtschaft hat davon keine Vorteile. Deshalb raten wir den Landwirten auch davon ab“, sagt Reinhard Rudolph, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Hofgeismar. Das Risiko sei zu groß und der Verbraucher wolle keine genetisch veränderten Lebensmittel.

Im Landkreis gibt es laut Regierungspräsidum Gießen (RPGI) derzeit keine Gentechnikflächen. Als Überwachungsbehörde ist dieses hessenweit zuständig. „Man unterscheidet zwei Anbauverfahren“, sagt Dr. Jens Gerlach, Dezernent im RP. Einmal gäbe es den räumlich und zeitlich begrenzten Versuchsanbau gentechnisch veränderter und zur kommerziellen Vermarktung noch nicht zugelassener Pflanzen, die so genannte Freisetzung. Diese brauche eine Genehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), finde aber derzeit im Landkreis nicht statt. Zudem lägen keine Anträge für solche Freilandversuche in Nordhessen vor. „Im zweiten Fall kann ein Landwirt gentechnisches Saatgut, das eine Genehmigung zum Inverkehrbringen besitzt, uneingeschränkt anbauen, muss diesen Anbau vorab aber dem BVL mitteilen.“ Die veröffentlicht in einem Standortregister, wo aktuell gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden.

Laut Kühlborn warte man momentan darauf, dass die EU die Entscheidung an die Regionen übertrage. Dann könnte Hessen auch verbindlich entscheiden, ob es eine gentechnikfreie Zone bleibt.

Von Julia Mohr

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