Christiane Ehrenforth aus Liebenau

Restauratorin rettet alte Meisterwerke

+
Restaurierungsarbeit an Rissen: Diplom-Restauratorin Christiane Ehrenforth (links) arbeitet mit ihrer Kollegin Sina Theile an dem Ölgemälde „Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend“.

Liebenau/Kassel. Ein fast vier Meter breites und 2,25 Meter hohes Puzzle aus 20 Einzelteilen haben die Diplom-Restauratorin Christiane Ehrenforth aus Liebenau sowie ihre Kollegin Sina Theile zurzeit in Arbeit.

Dabei handelt es sich um ein Ende des Zweiten Weltkriegs von russischen Soldaten beschlagnahmtes und dann verschollenes Panorama-Landschaftsgemälde aus dem Besitz des hessischen Landgrafen (Hintergrund).

Christiane Ehrenforth, die aus Reinbek bei Hamburg stammt, hatte bereits mit 14 Jahren den Berufswunsch Restauratorin. Ihre umfangreiche Ausbildung umfasste zunächst eine handwerkliche Lehre sowie Praktika in den Museen in Karlsruhe, München und Oldenburg. Das Studium der Restaurierung und Technologie von gefassten Skulpturen in Stuttgart folgte daraufhin.

„Es ist ein Beruf, den man lebenslang lernt“, so die Restauratorin. Sie übernahm zunächst in Baunatal einen Betrieb. Ein eigenes Atelier hat sie sich 1998 in Liebenau eingerichtet. Seit 2009 ist sie angestellte Gemälderestauratorin der Museumslandschaft Hessen Kassel, und damit auch zuständig für die Galerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe.

Ihre Aufgaben sind dort sehr vielfältig. So werden beispielsweise wertvolle Gemälde von Rubens oder Rembrandt als Leihgaben an andere Museen begleitet oder Sonderausstellungen mit aufgebaut und betreut. Die präventive Konservierung ist wichtig, bei der die Umgebungsbedingungen der Kunstwerke optimal gehalten werden – sei es beim Klima, Licht, Vitrinen oder Schutz vor Schädlingen. Alle Objekte des Hessischen Landesmuseums, das komplett renoviert wurde, mussten auf ihren Zustand durchgesehen werden. Oft werden spezielle Fragestellungen naturwissenschaftlich untersucht. Dann kommen Stereoskop oder ultraviolette und infrarote Strahlung zum Einsatz. Zur Echtheit von Gemälden oder auch zum Herstellungsprozess können dadurch wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

Die Arbeit des modernen Restaurators bestehe eher im Konservieren. „Es wird so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich gemacht.“ Alles müsse per Foto und Text dokumentiert werden: Was wurde vorgefunden, abgeändert, welche Materialien wurden verwendet? „Der Eingriff muss zur Not wieder rückgängig gemacht werden können, falls es in 50 bis 100 Jahren zu einer erneuten Restaurierung kommt“, sagt Ehrenforth

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.