Mischlingshündin Ronja hilft Kindern der Marie-Durand-Gesamtschule

Ein Hund hilft beim Lernen

Bad Karlshafen . Es ist schon sehr beneidenswert, so ein Hundeleben. Ausruhen, während alle anderen lernen. Streicheleinheiten, egal wohin man kommt. Und in den Pausen findet sich immer jemand zum Toben. Seit mehr als einem Jahr ist die zweijährige Mischlingshündin Ronja aus der Marie-Durand-Schule nicht mehr wegzudenken.

Schulleiter Karl-Erwin Franz und seine Frau Elisabeth haben sie mit an die Schule gebracht. Elisabeth Franz gibt als Dyskalkulie- und Lerntherapeutin in den fünften und sechsten Klassen ein spezielles Lerntraining. Immer mit dabei: Hündin Ronja, die durch ihre Anwesenheit zu einer ruhigen und angenehmen Lernatmosphäre beiträgt.

Das Konzept ist simpel. „Durch den Hund wird den Kindern das eigene Verhalten auf ganz besondere Weise widergespiegelt“, erklärt Elisabeth Franz. „Legt sich Ronja beispielsweise gemütlich unter die Tafel und schließt die Augen, werden alle Kinder ganz leise, um sie nicht zu wecken.“ In einem lauten und unruhigen Kurs fühlt sich Ronja nicht richtig wohl. Dann wird sie nervös und läuft zur Tür. „Das registrieren die Schüler sofort und weisen sich dann gegenseitig zurecht“, berichtet die Lerntrainerin.

Fühlt sich zwischen den Schülern der fünften Klasse pudelwohl: Hündin Ronja. Der zweijährige Mischling ist in jedem Unterricht von von Elisabeth Franz dabei.

Bevor Ronja mit in die Schule durfte, musste sie eine Begleithundeprüfung ablegen und den Wesenstest bestehen. Auch das Schulamt und die Eltern der Schüler haben ihre Zustimmung gegeben. „Inzwischen ist sie im wahrsten Sinne bekannt wie ein bunter Hund“, sagt Schulleiter Erwin-Franz. Selbst ängstliche Schüler hätten ihr Misstrauen schnell abgebaut.

Kein Wunder: Ronja ist überaus geduldig und lässt fast alles mit sich machen. In der Pause rennt sie am liebsten mit den Schülern über den Schulhof, klaut ihnen den Fußball oder hofft, in einem offenen Schulranzen ein Pausenbrot zu ergattern.

Im Unterricht und in einer Projektwoche haben die Schüler Regeln für den Umgang mit Ronja entwickelt: die Schultasche schließen, in der Nähe des Hundes nicht schreien und niemanden mit dem Hund belästigen.

Tiere sind Teil des Konzepts

Schon lange gehören Tiere zum Unterrichtskonzept der Marie-Durand-Schule. „Angefangen hat alles mit einem Bienenvolk“, erklärt Schulleiter Franz. Dazu kamen Wüstenspringmäuse, Kaninchen und Meerschweinchen. Die Kinder lernen auf diese Weise, Verantwortung zu übernehmen.

Ronja beeindruckt das alles recht wenig. Sie mag den Trubel um sie herum. Im Klassenraum liegt sie am liebsten unter der Tafel und döst. In der großen Pause kann sie sich mit den Schülern auspowern. Im Lehrerzimmer hat sie sogar ihren eigenen Platz: Denn ab und zu braucht auch ein Hund mal eine Pause.

Von Julia Schwekendiek

Rubriklistenbild: © Schwekendiek

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