Ensemble Klangrede spielte Werke italienischer Komponistinnen in der Deiseler Kirche

Musik wie vor 500 Jahren

Musizierte anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Deiseler Kirche: Das Ensemble „Klangrede“ mit der Sopranistin Cornelia Fiebig. Foto:  Schmidt

Deisel. Ein passendes Konzertprogramm hatte sich das Ensemble „Klangrede“ aus Anlass des 500-jährigen Bestehens der Deiseler Kirche einfallen lassen. Vier Komponistinnen des Frühbarocks kamen vor sachkundigem Publikum wegen der Akustik der Kirche besonders schön zur Geltung. „Man kann sich beim Zuhören die frühere Zeit vorstellen“, so die Konfirmandin Jennifer Köster aus Deisel.

Komponistinnen waren im 16. und 17. Jahrhundert in dem männerdominierten Metier noch selten. Gerade das war der Grund für „Klangrede“ sie jetzt zu spielen. Und so erklangen Werke von Francesca Caccini, Franca Maria Meda, Isabella Leonarda, Claudia Sessa und Barbara Strozzi.

Das göttliche Instrument

Mit schöner und voller Stimme, die auch in den hohen Passagen klar erklang, war die Sopranistin Cornelia Fiebig Mittelpunkt des Ensembles. Zwischendurch erläuterte sie die Texte der italienischen Komponistinnen und gab einen Einblick in deren Leben. „Die Stimme ist das göttliche Instrument und transportiert das Wort Gottes“, so Fiebig, die in Essen und Kassel studierte.

Sie verwendet historische Noten des Frankfurter Instituts „Frau und Musik“. „Der Generalbass ist eine Kunst für sich. Er gibt Gestaltungsmöglichkeiten beim Spiel“, so Fiebig. Für die Musiker sind ausschließlich die Bassnoten angegeben. Die passenden Akkorde erschließen sich erst aus den angegebenen Harmonien und werden improvisiert.

Die Akkorde aus der Monteverdi-Zeit wirken ungewohnt und fast modern, so Christian Schäfer aus Deisel, der das Cembalo spielt. Er ist beruflich oft in England unterwegs. Dort erhält er Anregungen von Musikern, die der alten Musik verbunden sind.

Hervorragend abgestimmt

Die in hervorragender Abstimmung spielenden Musiker Christiane Wittekind (Querflöte) Marion Linse (Violine) Soja Lehmann (Violoncello) und eben Christian Schäfer vermittelten die Eleganz geistlicher und weltlicher italienischer Musik aus der Zeit der Medici, als die Deiseler Kirche 1516 vollendet wurde. (zsc)

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