Bad Karlshafen droht ab Oktober ohne Lebensmittel-Supermarkt zu sein

Noch kein Rewe-Nachfolger

Nur noch bis Ende September: Dann verlässt die Rewe-Gruppe den Standort An der Saline in Bad Karlshafen. Aldi will nur noch bis 2019 in der Stadt bleiben. Foto:  Henke

Bad Karlshafen. Die Suche nach einem Nachfolger für den Rewe-Markt an der Saline in Bad Karlshafen gestaltet sich schwierig. Die Stadt habe noch kein Unternehmen gefunden, das bereit wäre, in das Gebäude einzuziehen, berichtete Bürgermeister Ullrich Otto am Dienstagabend in der Stadtverordnetenversammlung.

Rewe wird Ende September den Standort Bad Karlshafen verlassen. Dann droht den 2300 Einwohnern des Stadtteils, keinen Lebensmittel-Supermarkt mehr zu haben.

Zerschlagen hätten sich die Pläne, dass die Diakonie zusammen mit der Tegut-Kette einen Sozialladen in dem Gebäudetrakt eröffnet, sagte Otto. Ganz aktuell war die Nachricht, dass auch der Discounter Lidl der Stadt eine Absage erteilt habe. Die Drogerie-Kette Rossmann hatte bereits früher abgewunken.

Offenbar seien den großen Handelsketten die 800 Quadratmeter Verkaufsfläche zu wenig, sagte der Bürgermeister. Aber der Regionalplan gebe für dieses Areral nicht mehr her.

Der Bürgermeister wies darauf hin, „dass es eigentlich Aufgabe des Eigentümers wäre, sich um die Rewe-Nachfolge zu kümmern“, aber das sei offenbar leider nicht der Fall. Das gesamte Areal, auf dem neben Rewe noch der Textil-Discounter Kik und Aldi untergebracht sind, gehört dem Göttinger Kaufmann Jony Bassil. „Als Stadt haben wir keinen Zugriff auf das Areal, aber wir bemühen uns dennoch ganz intensiv, hier eine Lösung zu finden“, sagte Otto. Derzeit sei man noch in Gesprächen mit Netto, Edeka und der Drogerie-Kette DM.

Rewe ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das Bad Karlshafen verlässt. Auch Aldi will nur noch bis 2019 bleiben. Der Marktführer unter den Discountern plant, bis dahin in Beverungen einen neuen großen Laden zu eröffnen. Dessen Einzugsbereich soll dann das gesamte Dreiländereck, also auch Bad Karlshafen, bedienen.

Interesse an Bauhof-Fläche

Ebenso wie die heutigen Märkte an der Saline gehörte auch die dahinter liegende Fläche früher zur Weberei. Heute ist in dem rückwärtigen Teil in Richtung Klärwerk der städtische Bauhof untergebracht. Auch diese Flächen gehören Jony Bassil. In nicht öffentlicher Sitzung haben die Stadtverordneten am Dienstag den Magistrat beauftragt, mit Bassil in Kaufverhandlungen zu treten.

Der Grund für das städtische Kaufinteresse liegt auf der Hand: Die Stadt zahlt jährlich die stolze Summe von 55 000 Euro an Pacht für das Gelände des Bauhofes. „Das Geld wollen wir künftig einsparen“, sagt Otto. Der für einen Ankauf notwendige Sonderkredit sei bereits bei den Schutzschirmverhandlungen mit dem Land Hessen vereinbart worden, so der Bürgermeister im Gespäch mit unserer Zeitung.

Von Gerd Henke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.