Preis für altes Schifferhaus in Oedelsheim

Das Haus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts : Dagmar Frielings Urgroßeltern, Großeltern und Großtante wohnten hier. Das Baudenkmal wurde originalgetreu saniert. Repro:  Temme

Oedelsheim. Im zweiten Anlauf hat es schließlich geklappt: Den ersten Platz beim Denkmalpreis des Landkreises Kassel holten Dagmar und Jürgen Frieling mit ihrem Gründerzeithaus an der Weser in Oedelsheim.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Paar mit seinem „alten Schifferhaus“, wie sie es nennen, schon mal am Wettbewerb beteiligt, doch da sind sie nicht unter die ersten Drei gekommen.

Umso mehr freuen sich die beiden Münsterländer nun, dass es dieses Mal geklappt hat, die Kernsanierung des 1908 erbauten Hauses gewürdigt wurde. Als Dagmar Frieling vor sechs Jahren das Objekt von ihrer Großtante geerbt hatte, stand auch die Option Verkauf im Raum. „Doch was uns für Grundstück und Haus angeboten wurde, hat uns nicht gepasst“, berichtet der Hausherr. Hinzu komme, dass seine Frau sich mit dem Weserhaus stark verbunden fühle, da einst ihre Oma hier lebte, sie somit viel Zeit hier verbracht habe. „Weil wir beide noch berufstätig sind und selbst eine Reihenhaushälfte besitzen, kam ein Ortswechsel nicht in Frage“, erläutert die Erzieherin ihre Beweggründe.

Los ging es im Sommer 2012. Allein das Entsorgen von Möbeln und sonstigen Gegenständen, sei eine nicht zu unterschätzende Aufgabe gewesen. Denn die Tante hatte bis zum Schluss dort allein gelebt.

Im Weiteren wurden Gas- und Wasserleitungen erneuert, eine neue Heizungsanlage installiert, die Wände mit Lehm verputzt und einiges an der Raumstruktur verändert. „Uns war wichtig, möglichst giftfrei zu renovieren, deshalb haben wir die Wände mit ökologischer Lehmfarbe angestrichen“, verrät Jürgen Frieling.

Warme Vanille- und Rottöne zieren nun die 150 Quadratmeter große Wohnfläche. Auch die Fenster wurden komplett erneuert, mussten dabei den ursprünglichen sehr nahe kommen. Dabei hätten sie sich für dreigeteilte Fenster entschieden, da viergeteilte nicht zu finanzieren gewesen seien, so der Polizeibeamte.

Nach zwei Jahren Bauzeit mit sehr viel Eigenleistung konnten erste Gäste einziehen. Für Gruppen mit bis zu acht Menschen vermieten Frielings ihr Schifferhaus, das über vier Schlafräume, drei Bäder, Küche, Wohn- und Esszimmer verfügt. Derzeit lässt das Paar noch eine Art Schuppen im Garten bauen, was als Unterstellmöglichkeit für Geräte und Räder dienen soll. Insgesamt hat die Sanierung rund 100 000 Euro gekostet.

Info: Wer Urlaub an der Weser machen will, findet unter www. altes-schifferhaus.net die Kontaktdaten.

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