Schützenverein Oedelsheim stellte Bogensport vor - Nachwuchs wird dringend gesucht

Ohne Muckis fliegt nichts

Zielen: Jochen Chmiel ( links) geht nicht nur seit Jahrzehnten dem Bogensport nach, er baut sich seine Bögen auch selbst. Bei der Veranstaltung machten viele einen Schuss auf eine Scheibe. Fotos: Temme

OEDELSHEIM. Es kommt schon mal vor, dass Jochen Chmiel mit Pfeil und Bogen im Wald unterwegs ist und auf einen Hasen schießt. Allerdings keinen echten, sondern eine Attrappe aus Kunststoff. Mit einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten geht der Rentner dem Bogensport in Oedelsheim nach. Am Samstag gaben sie Einblicke in ihr Hobby, bauten an der örtlichen Grillanlage einen kleinen Schießstand auf.

„Natürlich wollen wir mit der heutigen Veranstaltung versuchen, neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen“, sagte Peter Schräder, zweiter Vorsitzender des veranstaltenden Schützenvereins. Deshalb hätten die Gäste heute die Gelegenheit mit Bogen und Armbrust auf eine Scheibe zu schießen.

Laut Schräder war in den 90er Jahren fast der halbe Ort Mitglied im Schützenverein - dies sei längst Vergangenheit, 20 Aktive in der Gewehrsparte und nochmals sechs Bogenschützen gehören inzwischen der Vereinigung an. Dass man für das Bogenschießen reichlich Kraft im Arm braucht, wurde den meisten spätestens bewusst, als die Veranstalter die Anweisung gaben, den Bogen zu spannen.

Allein die Arme ruhig zu halten, um genau zu zielen, sei eine Herausforderung, hieß es da von Seiten einer Besucherin.

Doch selbst erfahrene Bogenschützen wie Chmiel geben zu, dass es nicht einfach sei, den Bogen total ruhig zu halten. Sein Hobby möchte der 68-Jährige nicht missen: „Es ist ein ruhiger Sport, bei dem man viel an der frischen Luft ist.“ Außerdem trainiere das Schießen Körper und Geist.

Da Chmiel aus dem Handwerk kommt, gut mit Holz umgehen kann, baut er viele seiner Bögen selbst. „Am besten eignet sich Eibe, nur die ist schwer zu bekommen.“ Deshalb nutze er vor allem Rubinie, aber auch Ahorn, Esche und Roteiche. In ein gerades Stück Holz eine Biegung zu bekommen, ist der schwierigste Teil beim Bogenbau und echte Präzistionsarbeit. Häufig breche an diesem Punkt das Holz, was natürlich ärgerlich sei. Dennoch hat der Renter inzwischen eine stattliche Sammlung an selbstgefertigten Langbögen, kann rund 10 Exemplare sein Eigen nennen.

Neben den Selbstgefertigten, kommen im Verein auch Recurve- und Compoundbögen zum Einsatz. 2000 Euro könne so ein Bogen schon kosten, auch ihr Hobby sei kostspielig, erklärte der Oedelsheimer. Hinzu kämen dann noch die Pfeile, die je nach Material schon mal schnell die 50 Euro übersteigen könnten.

Übrigens verfügt der Schützenverein über einen eigenen Bogenstand, der im Kohlgrund eingerichtet wurde. Da dies etwas außerhalb sei, hätten sie davon abgesehen, die Veranstaltung dort auszurichten. Auch wenn die sechs Bogenschützen sportlich nicht in der ersten Liga mitspielen, so nehmen sie dennoch an regionalen Wettbewerben teil.

Von Tanja Temme

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