Seit 40 Jahren Interessengemeinschaft Mariendorf Therapeutisches Reiten e.V. – Jubiläumsfest am Samstag

Das Pferd als Spiegel der Seele

Proben für den großen Auftritt: Die Gruppe der Caldener Werkstätten wird beim Jubiläumsfest auch etwas vorführen. Reitpädagogin Stephanie Hecht (2. von links) und Praktikantin Louisa Damme (2. von rechts) sind bei den Proben dabei. Fotos:  A. fFscher

Mariendorf. Sie atmen den Geruch der Pferde ein, schmiegen sich an ihren Hals, bewegen sich im Gleichtakt mit ihnen - und werden durch das sanfte Gemüt auf einmal auch selbst ruhiger, gelassener und ausgeglichener.

Wenn körperlich oder geistig beeinträchtigte Kinder und Erwachsene auf den Therapiepferden Azuro und Peppino sitzen, scheinen die plötzlichen Veränderungen wie ein Wunder. Ein Vorreiter für diese besondere Art der Therapie ist die Interessengemeinschaft Mariendorf für Therapeutisches Reiten. Am kommenden Samstag wird das Jubiläum zum 40-jährigen Berstehen des Vereins gefeiert.

Die Reitpädagogin Stephanie Hecht arbeitet als fest Angestellte zusammen mit ihrer Praktikantin Louisa Damme mit Schulgruppen und Privatpersonen. Mehrere Schulen aus dem Umkreis, unter anderem die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Immenhausen und die Alexander-Schmorell-Schule, kommen einmal pro Woche zum Reitunterricht.

Aber auch Privatpersonen mit und ohne Einschränkungen kämen in regelmäßigen Abständen, um „ihr verlorenes Gleichgewicht wiederzufinden und neue Sicherheit zu erlangen“, so Stephanie Hecht. Sie beschreibt die Pferde als „Spiegel der Seele“, die Menschen fänden durch die Ruhe des Pferdes auch ihre eigene Ruhe wieder und bauten Vertrauen zum Pferd und auch zu den Mitgliedern der Gruppe auf.

Die Bewegungsförderung stehe beim Therapeutischen Reiten im Mittelpunkt, dennoch könnten ebenso neue soziale Beziehungen geknüpft werden. Es gäbe eine bunte Mischung von Menschen von fünf bis 79 Jahren. Die Veränderungen dieser Personen seien für jeden sichtbar, die Wahrnehmung der Reiter sei besser und auch das ruhige, bekannte Umfeld wirke sich positiv auf sie aus.

„Die Arbeit ist sehr vielfältig, wir bieten auch Voltigierunterricht an, je nachdem, wie die körperliche Verfassung der Personen ist. Die Pferde und ich müssen sich auf jeden Reiter einstellen, manche drücken ihre Schenkel sehr stark ans Pferd und andere nur ganz leicht, in beiden Situationen müssen Azuro und Peppino reagieren, aber auch nicht zu stark.“ Das sei die große Schwierigkeit, das Pferd einerseits zu sensibilisieren, damit es auf kleine Bewegungen reagiere, aber im umgekehrten Fall nicht losrenne, sondern ruhig bleibe.

Die Ausbildung zum Therapiepferd und die Eingewöhnungszeit dauern rund ein Jahr. Als Ausgleich haben die beiden Pferde in Mariendorf Reitbeteiligungen, die am Wochenende Ausritte in das schöne Gelände machten.

Von Aline Fischer

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