Nach 200 Kilometern am Ziel

Auch Feuer an Bord hielt die Weserflößer nicht auf

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Auch das Wetter spielte mit: Die Weserflößer kamen am Donnerstagabend bei bestem Sonnenschein in Rinteln an. Am Morgen sah das anders aus – nach einer Grundberührung hatte man eine Stunde gebraucht, bevor man starten konnte.

Reinhardshagen. Zweimal auf Grund gelaufen und ein Floßbrand - ganz ohne Komplikationen lief die Weserfloßfahrt nicht ab.

Die Reinhardshäger Weserflößer erreichen am Freitag das Ziel ihrer 200 Kilometer langen Tour in Minden.

„Das Wasser ist uns weggelaufen“, erklärt der Vorsitzende der Flößer Eckhard Meyer. Der Pegel sei in den vergangenen Tagen ungefähr 15 Zentimeter gesunken. Große Probleme gab es daher beim Start in Großenwieden. „Wir lagen auf. Ohne unser Begleitboot von der DLRG, das uns rausgezogen hat, wären wir da nicht weggekommen“, erklärt Meyer. Und auch bei Rinteln habe man nochmal festgelegen: „Mitten in der Weser war eine Kiesbank. Das haben wir dann auch dem Schifffahrtsamt gemeldet.“ Verantwortlich für den niedrigen Wasserstand sei die Trockenheit und das bekannte Problem, dass der Edersee nicht genug Wasser abgebe, sagt Meyer.

Und dann auch noch ein Floßbrand: Die Nachtwache habe ein Zischen gehört und dann festgestellt, dass sich heiße Kohlen durch das Holzfloß gefressen hatten. „Da muss jemand in der Feuerstelle rumgestochert haben“, ist sich der Flößer-Chef sicher. Ein größerer Schaden sei aber nicht entstanden.

Davon abgesehen war die Fahrt aber ein voller Erfolg. „Unser Ziel war es, Werbung für die Tradition der Flößerei zu machen und das ist gelungen“, erklärt Meyer. Er sieht das Floß auch als Kommunikationsplattform, das Menschen anzieht. „Viele sind begeistert, dass wir diese Tradition am Leben erhalten.“ Außerdem seien die Empfänge in den jeweiligen Zwischenstationen immer gut besucht gewesen. „In Rinteln gab es eine richtige Party mit Live-Musik“, sagt Meyer.

In der Fischerstadt Minden findet am Samstag noch ein Abschlussfest statt, bei dem Alt und Jung letztmals das Floß besichtigen können. Am Montag geht es dem Floß dann an den Kragen - nach dem Abbau kommt es ins Sägewerk und das Holz wird weiterverarbeitet.

Ein Großteil der Flößer macht sich am Sonntag schon auf dem Heimweg. Sie werden mit Autos Heim reisen - ganz früher war das anders. „Die sind zum Teil zurück gelaufen - samt Ausrüstung“, erklärt Meyer. Die Flößer haben damals ihr täglich Brot mit den Touren verdient und damit vom Lohn was übrig blieb, habe man sich das Geld für die Eisenbahn lieber gespart, so Meyer weiter.

Außerdem gehören Bier und die Flößerei traditionell zusammen. Das haben die Weserflößer sehr ernst genommen: 3000 Flaschen Bier waren an Bord - die sind weg. Es musste sogar nachgeordert werden.

Der Spaß kam also sicherlich nicht zu kurz.

Von Luis Hartmann

Weserflößer aus Reinhardshagen unterwegs nach Minden

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