Hochwasser: Anwohner will Schadenersatz von Reinhardshagen

Folgen des Hochwassers: Schlamm in der Garage und eine braune Brühe im Pool. Wenn Wasser über das Grundstück läuft, gibt es bei Familie Reimert jede Menge Arbeit. Beim Aufräumen half auch Petra Haun (Foto), eine Freundin der Familie. Foto: nh

Reinhardshagen. Schadenersatz wegen Hochwasserschäden will Norbert Reimert von der Gemeinde Reinhardshagen. Notfalls will er klagen, sagt er.

Während Reimert von den Wasserfluten in Veckerhagen betroffen war, bemängelt die SPD, dass in Vaake durch Straßensanierungen die Hochwassergefahr gestiegen sei. Zwei Fälle halten derzeit die Verwaltung auf Trab.

Veckerhagen

Weil die Gullys im Klinkersweg nicht gereinigt waren, konnte dort kein Wasser ablaufen. Die braune Brühe lief über die Straße auf sein Grundstück, durch die Garage und den Pool über die Terrasse in den Keller und verschlammte zusätzlich seine Zisterne, sagt Norbert Reimert. Den Schaden beziffert der Veckerhäger auf 4000 bis 5000 Euro. Heimgesucht von dem Hochwasser wurde er am 29. Mai. Seither versucht er, Geld von der Versicherung zu bekommen. Und zwar von der Versicherung der Gemeinde. Eine eigene Elementarversicherung, die Hochwasserschäden abdeckt, hat Reimert nicht. „Wir wohnen seit 18 Jahren hier und hatten nie Probleme.“ Zudem sei ja auch die Gemeinde schuld, die die Gullys nicht gereinigt hätte. Als der Regen einsetzte, sei der Zulauf verstopft gewesen. Nur deshalb sei sein Eigentum in Mitleidenschaft gezogen worden. Für den Schaden aufkommen müsse also die Gemeinde, respektive deren Haftpflichtversicherung. Doch die Gemeinde habe dies in einem Schreiben an ihre Versicherung verneint.

Das Hochwasser war Ende Mai, seither hofft Reimert auf ein Entgegenkommen der Kommune. Vor der Sitzung der Gemeindevertretung machte er in der Bürgersprechstunde auf die missliche Situation aufmerksam. Einen Rechtsanwalt habe er eingeschaltet, notfalls werde er klagen, sagte er auch gegenüber der HNA.

Albert Kauffeld, der den erkrankten Bürgermeister Fred Dettmar vertrat, will noch einmal das Gespräch mit der Familie Reimert suchen. „Ich hoffe, wir finden eine Lösung.“

Vaake

Auf eine Lösung hofft er auch für ein zweites, „wirklich schlimmes Problem“. Das ist in Vaake, und das sprach die SPD-Fraktion an. In dem Reinhardshäger Ortsteil wurden mehre Straßen samt Kanälen saniert. Im Bereich „An der Osterwiese“ und westlich davon kam es bei den starken Regenfällen am 28. August und am 4. September zu überfluteten Kellern.

Vor der Baumaßnahme, so SPD-Fraktionschef Lutz Hasenkopf, bestand „diese Problematik in diesem Umfang nicht.“ Das sieht auch die Gemeinde so. „Die Situation hat sich verschlechtert“, sagt Kauffeld. Dass er sauer auf die Planer ist, verschweigt er dabei nicht. „Die sagen uns, der Kanal ist für ein Jahrhunderthochwasser ausgelegt. Und jetzt haben wir drei Jahrhunderthochwasser in wenigen Wochen.“ Ob man die Planer regresspflichtig machen könne, wisse er nicht. Auf jeden Fall wolle man seitens der Gemeinde eine Anliegerversammlung, an der auch der Planer teilnehmen soll. Dort soll geklärt werden, was die Hausbesitzer machen können, was die Gemeinde unternehmen kann, und was „leider unveränderlich ist“.

Den Unmut der Bürger kann er nachvollziehen. „Die haben mehrere tausend Euro für die Hausanschlüsse bezahlt und jetzt ist es schlechter als zuvor.“ Die Erklärung des Planers, es liege daran, dass der zuvor undichte Kanal jetzt dicht sei und daher kein Wasser von außen aufnehme, will er nicht gelten lassen: „Das müssen Fachleute vorher wissen.“

Den Betroffenen nutzt das jedoch wenig.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.