Weserflößer in Vaake: Das Abenteuer hat begonnen

Vaake. Mit einem Bilderbuchstart verließ das Weserfloß 2016 am Sonntagvormittag das Vaaker Ufer.

Mit Flößerhaken an langen Stangen drückten die Männer in die Uferböschung und schoben das Floß völlig geräuschlos in die Wesermitte. Am Ufer applaudierten die vielen Zuschauer heftig. Sie hatten sich auch vom Regen nicht abhalten lassen, dieses Ereignis mitzuerleben.

Der Schirmherr dieses Unterfangens ist Bürgermeister Fred Dettmar, selbst Mitglied des Vereins. Für die 18 Reinhardshäger Weserflößer mit dem Vereinsvorsitzenden Eckhard Meyer bedeutete das ein wenig Entspannung nach drei Tagen Floßbau. Bis Samstagnacht wurden Getränke, Werkzeuge, Grillkohle, Brennholz und Flößerutensilien auf das Floß gebracht und sicher verstaut. Mit an Bord waren zahlreiche Gäste des öffentlichen Lebens.

„Opa, wann kommst du wieder?“, „Passt gut auf euch auf“, „Melde dich mal zwischendurch“ waren einige Zitate bei der Verabschiedung von den Familienangehörigen. Stimmungsvoll war es, als Chorleiterin Friedegard Bete aus Münden, ein eigens für dieses Floß gedichtetes Flößerlied mit Sängerinnen und Sängern des Volkschor Veckerhagen, unterstützt von Zuschauern, sang.

„Der Bau des Floßes ist toll gelaufen, es hat alles gut geklappt und alle haben ihr Bestes gegeben“, sagte kurz vor dem Start Claus Schellenberger. Als Baumeister hatte er die Leitung. „Es herrschte eine gute Kommunikation untereinander, jeder hat mit angepackt und Spaß gemacht hat es auch.“ Redner hatten die Arbeit der Flößer gewürdigt und die fundamentale Bedeutung von Wald und Holz für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Weserraums in den Blickpunkt gerückt. Sie bestätigten, dass das bei diesem Floßprojekt gelungen ist, ergänzt durch das Motto „Regional ist nicht egal“. Schließlich wurde die Flößerei 2014 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Während der zweitägigen Aufbauzeit kamen Schulen, Kindergärten, Menschen von nah und fern, um mehr über die Flößerei zu erfahren.

Weserflößer aus Reinhardshagen unterwegs nach Minden

Wurden die früheren Flöße im Ortsteil Veckerhagen zusammengebaut, hat man in diesem Jahr den Ortsteil Vaake auserkoren, da dieser in diesem Jahr sein 1150-jähriges Jubiläum feiert. Von Willi Waßmuth aus Gieselwerder, einem der populärsten Flößer Deutschlands, der Ende vergangenen Jahres 95-jährig verstorben ist, haben die Flößer das alte Handwerk erlernt. Stolz sind sie darauf, dass nun Jungflößer aus Gieselwerder dabei sind, die jetzt von ihnen das Handwerk lernen.

Rubriklistenbild: © Siebert

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