Zwangsumzug für Wespen: Schädlingsbekämpfer entfernt Nester

Hochsommer ist Wespenzeit: Schädlingsbekämpfer Andreas Vollack hat derzeit alle Hände voll zu tun, denn mit dem guten Wetter mehren sich seine Einsätze. Foto: Temme

Hofgeismar/Vaake. Bisher hat man die schwarz-gelben Tierchen nur vereinzelt gesehen, doch jetzt, wo der Sommer sich noch mal von seiner schönsten Seite zeigt, kommen sie hervor.

Gerade die Behausungen bereiten nicht wenigen Menschen Probleme, können sie doch im häuslichen Umfeld sogar eine Gefahr darstellen. Abhilfe schaffen können Schädlingsbekämpfer: Andreas Vollack ist einer von ihnen.

„Im vergangenen Jahr hatten wir eine regelrechte Wespenschwemme - durch den vielen Regen dieses Jahr sind es diesen Sommer weniger“, erklärt der 44-Jährige. Acht bis zehn Einsätze pro Tag sind im August für Vollack keine Seltenheit, rund 300 waren es im Jahr 2015 insgesamt. „Auch wenn es derzeit nicht ganz so viele sind, so bin ich doch inzwischen täglich dabei, Wespennester zu entfernen.“

Dies darf nämlich nur ein Fachmann machen, selbst Wespen abzutöten oder das Nest zu zerstören, ist verboten. „Bauschaum, Silikon, Fliesenkleber oder Zeitungen habe ich schon an Wespennestern entdeckt - doch all das bringt nicht viel“, erklärt der Vaaker. In einen dichten Schutzanzug gehüllt bringt er mit einem Rohr ein Insektizid unter Druck in die Wespenbehausung ein, in der gewöhnlich mehrere Hundert leben. Da die Tiere immer wieder ihr Nest aufsuchen, kommen schließlich alle damit in Kontakt und sterben. Wenn das Nest gut zugänglich und nicht allzu groß ist, nimmt der Schädlingsexperte es ab und bringt es in den Wald an einen geeigneten Ort. „Meist klebe ich es dann an einen Baum.“

Eigentlich sind die schwarz-gelben Flieger keine Bedrohung für Menschen. Schwierig wird es nur, wenn sie sich zu nah am häuslichen Umfeld niederlassen. „Da kann man schon mal gestochen werden, was im Rachenbereich und für Allergiker tödlich enden kann.“

Auch wenn wir noch ungestört unseren Kuchen und Bier im Freien genießen können, so steigt die Tendenz von Wespen gestört zu werden mit anhaltend gutem Wetter. Bis nach der Zwetschgenzeit ginge das gewöhnlich, weiß der Experte. Dass es weniger der Summer geben wird, liegt nicht nur am vielen Regen, auch der milde Winter sorgte dafür, dass die Königinnen frühzeitig aus dem Versteck kamen, um ein Wespenvolk zu gründen. Durch den kühlen Frühling seien dann viele erfroren oder Bakterien und Pilzen zum Opfer gefallen. Nicht vergessen sollte man auch, dass Wespen eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Auch für das natürliche Gleichgewicht sind sie wichtig, denn sie vertilgen etwa Raupen und Fliegen.

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