Vorfall in der Zeltstadt: Polizei schließt Angriff von außen aus

Reizgas-Attacke im Flüchtlingslager: 60 Verletzte in Calden

Calden. Bei einer Auseinandersetzung unter Flüchtlingen in der Caldener Zeltstadt haben sich mehrere Asylsuchende gegenseitig mit Reizgas attackiert.

Die Reizgasattacke unter Flüchtlingen in der Zeltstadt Calden fand bereits in der Nacht zum Sonntag, 13. September, statt. Das teilte die Polizei auf HNA-Anfrage jetzt erst mit. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Wolf wurden 60 Menschen, die zum Teil schon in dem Zelt geschlafen hätten, gegen 0.45 Uhr von dem Reizgasangriff überrascht.

Wie Reizgas in ein Zelt der Flüchtlingsunterkunft gelangen konnte, darüber kann die Polizei nur Vermutungen anstellen. Vermutlich ist das Reizgas durch einen Schlitz in das Zelt gesprüht worden, so ein Polizeisprecher. Im Vorfeld war es wohl zu einer Auseinandersetzung zwischen Gruppen unterschiedlicher Nationalitäten gekommen.

Unter den Verletzten waren zehn Kinder. Vier Personen mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden, bei den anderen reichte eine Erstversorgung vor Ort aus. „Im Wesentlichen hatten die Verletzten nach dem Vorfall leichte Reizungen der Atemwege“, erklärte Jürgen Wolf.

Aktualisiert um 16 Uhr.

Worum es bei den Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen ging, wissen die Beamten nicht. „Auch wenn zum Beispiel über 1000 Deutsche über mehrere Monate zusammen in Zelten leben müssten, würde früher oder später Streit ausbrechen“, sagt Polizeisprecher Wolf. Gerüchten zufolge soll die Auseinandersetzung zwischen Syrern und Pakistanern gewesen sein. Das wollte die Polizei aber nicht bestätigen.

Die Polizei wisse nicht, wie das Reizgas in das Zelt gelangt sei. Man gehe allerdings von einer Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Kulturkreisen innerhalb der Einrichtung aus. "Ein Angriff von außen ist ausgeschlossen", so Wolf. Als Erklärung wie das Reizgas auf das Gelände gekommen sei sagte Wolf: "Man kann es sich vorstellen, wie in einem Fußballstadion: Die Flüchtlinge werden zwar von Security-Mitarbeiterin auf verbotenen Gegenstände kontrolliert, aber trotzdem rutscht immer mal etwas durch. In ein Fußballstadion bekommen die Leute ja auch Bengalos mit hinein." Die Polizei ermittele nun gegen unbekannt wegen Körperverletzung.

Das Regierungspräsidium war am Dienstagvormittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wir berichten weiter.

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Einblick in die Caldener Zeltstadt für Flüchtlinge

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