Land setzt auf Gerichtsverfahren, wenn es keine Lösung gibt

Sababurg-Pächter hoffen auf gütliche Einigung

Sababurg. Vor einem Jahr kündigte das Land Hessen überraschend den seit 56 Jahren laufenden Pachtvertrag für die Sababurg. Die Hotelpächter klagten dagegen und blieben über das Jahresende hinaus auf der Burg, der Betrieb läuft weiter. Offiziell hat sich seither nichts getan, doch es scheint, dass eine Einigung zwischen Pächtern und Land möglich werden könnte.

Wegen des laufenden Rechtsstreits will der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) sich dazu nicht äußern, sagte Sprecherin Ate Pies auf Anfrage. Das Land versuche zudem, eine außergerichtliche Einigung mit den Pächtern zu erreichen. wobei auch die dringend nötige Burgsanierung berücksichtigt werden müsse. Die Einschränkungen für den Tourismus sollten gering gehalten werden. Pies: „Sollte es zu keiner außergerichtlichen Einigung kommen, muss der Ausgang des Rechtsstreits abgewartet werden.“ Deshalb könne man weder sachliche noch zeitliche Angaben zur künftigen Nutzung der Burg machen.

Die Pächterfamilie Koseck hatte von Beginn an klar gemacht, dass sie die Kündigung des Pachtvertrages für unwirksam hält, hatte Gesprächsbereitschaft signalisiert und erst am letztmöglichen Termin die Klage gegen die Kündigung eingereicht. Bisher ist es zu keiner Verhandlung gekommen. „Meines Wissens ist das Verfahren erledigt, weil sich die Parteien außergerichtlich einigen wollen“, erklärte der Vorsitzende Richter am Landgericht Kassel, Dr. Martin Kolter. Hotel-Seniorchef Karl Koseck sagte, dass die Familie drei Vorschläge gemacht, das Land aber zu den Terminen noch nicht reagiert habe. Koseck: „Wir sind überzeugt, dass unser Vertrag bis 2024 gültig ist“.

Geschäftsführer Günter Koseck will keine Details öffentlich machen. Die Familie gehe davon aus, dass man sich mit dem Land einigen könne. Die Pächter hätten jedenfalls alles dafür getan, dass das für beide Seiten ohne Gesichtsverlust möglich sein könne.

Von Thomas Thiele

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