Mehrfach Hunde und Kaninchen vergiftet - Videoüberwachung als letztes Mittel

Unbekannte vergiften Haustiere in Gottsbüren

Krümel fehlt: Mischling Luky hat den Giftanschlag überlebt. Familie Heib freut sich darüber. Doch alle vermissen Krümel. Foto: Vossen

Gottsbüren. Entsetzen bei Familie Heib aus Gottsbüren: In der vergangenen Woche wurden die beiden Hunde von Ingo und Christina Heib sowie ihren Kindern Dominik und Lea-Marie vergiftet. Es war nicht das erste Mal, dass Unbekannte Gift auf dem Grundstück der Familie auslegten.

Während Luky, ein dreijähriger Mischling, überlebte, kostete das mit Rattengift versetzte Fleisch den vierjährigen Rüden Krümel das Leben. „Es ist bereits das dritte Mal, dass Tiere, die zu unserer Familie gehören, vergiftet wurden“, sagt Ingo Heib. Insgesamt fielen drei Hunde und vier Kaninchen dem Täter zum Opfer.

„Dass unser erster Hund vergiftet wurde, hat uns sehr traurig gemacht. Bei der Vergiftung des zweiten Hundes und der Kaninchen im Außenstall bekamen wir Angst“, so das Ehepaar. Spät von einer Geburtstagsfeier zurückgekehrt, fanden die Heibs am Tag darauf die offensichtlich leidenden Tiere vor. Die Tür eines Vogelkäfigs daneben stand offen. Die beiden gefiederten Bewohner waren weg.

„In den Kaninchen-Trögen lag noch das Rattengift. Die Tiere mussten notgeschlachtet werden“, sagt Heib, der Anzeige gegen unbekannt erstattete. „Der Hund hatte ebenfalls Rattengift gefressen. Ich habe mehrere Tage in der Tierarztpraxis gesessen, während er Infusionen bekam. Er war leider nicht zu retten.“

Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Ergebnisse gab es keine. „Ich weiß, dass die Beamten ihre Arbeit gründlich gemacht haben. In dieser Straße gab es noch nie so viel Polizeipräsenz“, stellt der Familienvater fest.

Christina und Ingo Heib installierten eine Videoüberwachungsanlage. Jede Bewegung auf dem Grundstück wurde aufgezeichnet. „Lea-Marie war damals noch in einem Alter, in dem der Nachwuchs sich alles in den Mund steckt. Wir hatten auch Angst ums Kind“, erklärt Heib. Mit der Überwachungsanlage kehrte Ruhe in das Haus am Rusteberg ein und zwei neue Hunde.

Die Welpen Krümel und Luky, aus Privathand über eine Annonce gefunden, wurden im Jahresabstand in die tierliebende Familie aufgenommen. Spaziergänge, gemütliche Winterabende Zuhause am Ofen, Sommertage im Garten mit Herumtoben und Plantschen im Wasserbassin sowie Urlaubsreisen - Krümel und Luky waren immer dabei. Den beiden geschah über Jahre nichts Böses. Die Überwachungsanlage wurde stillgelegt.

Vergangenen Dienstag fand Christina Heib die Hunde apathisch und mit gekrümmten Körpern auf dem Grundstück. Die Diagnose der eiligst konsultierten Tierärztin lautete wieder einmal: Rattengift. Luky hat sich inzwischen gut erholt. Krümel hat es wie auch die Hunde zuvor nicht geschafft. „Krümel war mein Freund“, sagt Dominik mit brüchiger Stimme. Der Zwölfjährige, dem die Jahre zuvor getöteten Kaninchen gehörten, legt seinen Kopf auf den Tisch und weint.

Die Überwachungsanlage ist wieder in Betrieb. Dennoch findet das Ehepaar es wichtig, dass auch Nachbarn ihre Augen aufhalten. Christina und Ingo Heib sind für jeden Hinweis dankbar, der zur Ergreifung des Täters beiträgt.

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