Anwalt: Fuchsjagd war nicht erlaubt - Betroffene widersprechen

Tierschützer zeigen Hofgeismarer Jäger an

Hofgeismar. Eine Anzeige wegen "Massentötung von Füchsen" hat ein Rechtsanwalt aus dem bayerischen Neustadt gegen Jäger aus dem Kreisteil Hofgeismar gestellt. Nach Angaben des Juristen ist er von der Hofgeismarer Anti-Jagd-Allianz und der Tierschutzorganisation PETA beauftragt worden.

Hintergrund ist eine revierübergreifende Jagd Ende Januar bei der 71 Füchse geschossen wurden. Dies widerspreche dem hessischen Jagdgesetz, schreibt der Anwalt. Die Jäger, knapp 60 hatten teilgenommen. widersprechen. Richtig sei, dass bei der Jagd 71 Füche erlegt wurden. Doch das sei rechtens. Im Gegenteil: Damit die Hegegemeinschaften gefördert würden, seien sie von Staats wegen gehalten, revierübergreifende Schwarzwildjagden zu organisieren. Dies sei in dem konkreten Fall geschehen - und dabei sei eben nicht nur Schwarzwild geschossen worden, sondern auch Füchse.

Man werde der Anzeige mit Ruhe entgegenschauen, sagte Erhardt Rüsseler, der beim Kreisjagdverband aktiv ist und als einer der Hegegemeinschatsleiter von der Anzeige direkt betroffen ist. Um den Schwarzwildbestand in Grenzen zu halten, so erläutert er, seien Revierübergreifende Jagden nötig. Im konkreten Fall waren 56 Jagdpächter der Hegemeinschaften Reinahrdswald, Essetal und Warmetal an drei Tagen im Ansitz, um auf Schwarzwild zu schießen. Zwar wurden letztlich nur sieben Sauen erlegt, aber die Vielzahl der geschossenen Füchse zeige, dass es hier eine Überpopulation gebe. Unter anderem sei dies deshalb der Fall, weil in den Monaten zuvor vergleichsweise wenig Füchse erlegt wurden.

Auch Kreisjagdberater Hubertus Fröhlich verteidigt die Abschusszahl. Die Füchse hätten keine natürlichen Feinde, weshalb die Jagd nötig sei. Die Bevölkerung profitiere davon, weil es unter anderem der Jagd zu verdanken ist, dass die Tollwut in Deutschland ausgerottet sei.

Hintergrund

Zu der Jagd Ende Januar waren 56 Jagdpächter aufgerufen. Von Hombressen im Norden bis Wilhelmsthal im Süden und von Holzhausen im Osten bis Obermeiser im Westen wurde im Rahmen der Ansitzjagden an drei Tagen gejagt. Beteiligt waren drei Hegegemeinschaften. Zu einer Hegegemeinschaft zählen im Regelfall etwa 20 Reviere, wobei ein Revier eine Größe von 400 bis 500 Hektar hat.

Artikel aktualisiert um 16.20 Uhr

Bei der Jagd waren sieben Wildschweine, acht Rehe, drei Waschbären, eine Elster und 71 Füchse erlegt worden, wie der Kreisjagdverein Hofgeismar mitteilte. Dem Kreisjagdverein Hogeismar gehören etwa 450 Jagdberechtigte im Kreisteil an. Insgesamt gibt es hier etwa 600. (mrß)

Rubriklistenbild: © dpa

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