Traktorenscheune in Vaake nach Brand wiedereröffnet

Hohe Besucherzahlen: Viele Interessierte waren am Wochenende in der Scheune zu sehen.

Vaake. Vier Jahre nachdem die Heimat- und Traktorenscheune von Familie Dettmar in Vaake abgebrannt ist, wurde sie jetzt wiedereröffnet.

Bei dem Brand im Juni 2012 war die Scheune, die im Jahr 2008 eingeweiht wurde, mitsamt den antiken Geräten und alten Traktoren fast völlig abgebrannt. Dank vieler großzügiger Sachspenden und einiger Neukäufe konnten Michael Dettmar und seine Familie die Scheune nach und nach wieder aufbauen und mit mindestens ebenso vielen altertümlichen Geräten und Fahrzeugen bestücken wie zuvor.

Den schätzungsweise fast 700 Besuchern wurde zur Wieder-Eröffnung ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm geboten: Da gab es Vorführungen der früheren Dreschtechnik, die Firma Brauner zeigte den Gebrauch einer altertümlichen Dellsäge und der örtliche Spinnstubenverein flocht einen Stuhl. Wer wollte, konnte sich auch selbst in Handwerksarbeiten, wie der Herstellung von Butter, dem Waschen von Wäsche, dem Schmieden, Drechseln und Nähen versuchen. Für die jungen Besucher gab es ein Kinderquiz. Die etwas größeren Kinder konnten auch die Kunst des Handwerks ausprobieren und selbst Seile flechten.

Als kulinarische Besonderheit gab es selbstgemachte Leckereien wie Kartoffelpuffer, Erbsensuppe und Schmalzbrot, die zu früheren Zeiten oft verspeist wurden, ebenso Kuchen und Waffeln. Ganze drei Zentner Kartoffeln hat Familie Dettmar mit Freunden und Verwandten geschält und gekocht und mindestens ein Dutzend Kuchen gebacken.

Zur Eröffnungsfeier stellten auch andere Traktorenbesitzer aus der Region ihre alten Gefährte zur Ausstellung im Dettmarschen Garten zur Verfügung, insgesamt konnten zwischen 40 und 50 Traktoren bestaunt werden.

Doch nicht nur alte Trecker und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte zeichnen die nostalgische Atmosphäre der großen Scheune aus, auch Möbel und Einrichtungsstücke aus dem 20. Jahrhundert sind zu sehen.

Für die Besucher wurde so von Dettmar eine interessante Reise in die Vergangenheit zusammengestellt. Einst begann es als Hobby, sagt er, doch es wurde schnell zu einer Art Sucht. „Ich habe schon früh mit meinem Vater gemeinsam angefangen, Traktoren und alte Gegenstände zu sammeln, um meinen Kindern und auch dem Ort zu demonstrieren, wie die alten Zeiten waren und wie hart man damals gearbeitet hat“, erklärt er. Heute wüssten viele nicht mehr, woher Lebensmittel kommen und wie sie geerntet werden.

Finanziert wird die Ausstellung der Überbleibsel aus alten Zeiten von Familie Dettmar, Sach- und Geldspenden sind jedoch jederzeit willkommen. Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern stehen nun 13 Traktoren und viele handwerkliche Geräte der früheren Landwirtschaftstechnik. Die Scheune soll auch bald wieder wie zu früheren Zeiten Schulklassen und Kindergartengruppen als Ausflugsziel dienen. Besucher können entweder spontan auf gut Glück vorbeikommen oder unter der Telefonnummer 0 55 44/82 57 einen Termin für eine Besichtigung vereinbaren. 

Von Aline Fischer 

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