Weder Internet noch Telefon: Gottsbürener können Vodafone-Verträge nicht kündigen

Die Bildschirme von Smartphone und Laptop bleiben schwarz: Auf Netzempfang gibt es derzeit in Gottsbüren keine Hoffnung. Auch Wolfgang Nebe (von links), Daniel Wiegand, Niklas Brunnert, Tobias und Tim Nebe sind betroffen. Foto: Gräbe

Gottsbüren. In Gottsbüren fühlen sich die Kunden des Telefonanbieters Vodafone belogen und betrogen.

Auch als Wolfgang Nebe für sich und seine Ehefrau am 29. Dezember vergangenen Jahres einen Vertrag für die neuen Smartphones abschloss, wurde er nicht darüber informiert, dass nur wenige Tage später der Mast in Gottsbüren abgebaut wird.

Nach vielen Telefonaten mit dem Servicecenter stellte sich heraus, dass die neu abgeschlossenen Verträge nicht gekündigt werden können, weil in Deutschland eine Netzabdeckung von 98 Prozent bestünde. „Ich fühle mich von dem Unternehmen betrogen“, so Wolfgang Nebe. „Auch bei jedem Anruf im Servicecenter des Unternehmens wird man immer wieder nur belogen.“

Die Mitarbeiter widersprechen sich zum Teil selbst. Einmal wurde ihm gesagt, dass ein Techniker vor Ort sei und in zwei Stunden wieder alles funktioniere. Bei einem weiteren Anruf hieß es, dass in der nächsten Woche wieder alles funktioniere und als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten bekämen die Kunden eine Gutschrift über zehn Euro. Diese Gutschrift haben auch etliche Vertragspartner von Vodafone am Freitagmorgen erhalten.

Viele Kunden denken aber weiter über einen Wechsel nach, weil auch beruflich einiges von der Internetverbindung abhinge, wie Daniel Wiegen berichtet. „Zum Glück haben wir nicht auch noch den Festnetzanschluss von Vodafone, damit mein Chef mich zur Rufbereitschaft zum Winterdienst erreichen kann“, sagt der Mitarbeiter von Hessen Mobil.

Tim Nebe ist Mitarbeiter der Firma Donig und macht derzeit mit seinem Chef Zeiten aus, zu denen er erreichbar ist. Denn am Sportplatz in Gottsbüren gibt es etwas Empfang von einem anderen Sendemasten.

Die Kunden, die auch einen Festnetzanschluss des Anbieters haben, erleben bezüglich des Telefons eine Zeitreise um fünfzig Jahre zurück, denn sie müssen zum Telefonieren zu Nachbarn oder Bekannten gehen. „Als mein Sohn krank wurde, konnte ich weder einen Arzt noch die Schule benachrichtigen“, berichtete Sabrina Brunnert, die ebenfalls verärgert ist, über das Verhalten von Vodafone.

Daniel Wiegand ist bereits seit 20 Jahren Vodafone-Kunde, weil in Gottsbüren das D2- Netz am besten funktionierte. Aber so eine Frechheit sei ihm in den ganzen Jahren nicht passiert. Die Mitarbeiter des Servicecenter sagten, dass es sich um eine Störung an der Basisstation handele, doch dann sagten die Kunden den Mitarbeitern, dass die Antenne abgebaut sei und plötzlich hatten auch sie die Information auf dem Bildschirm. Doch die Vodafone-Mitarbeiter machten ihren Kunden wenig Hoffnung. Denn bis ein neuer Standort gefunden sei und in Betrieb genommen werde, könne es Monate dauern.

Auf unseren Artikel, den wir auch über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet haben, hat Vodafone mittlerweile reagiert:

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