Johann Spuling beobachtet und fotografiert Sonnenfinsternisse – Sternwarte im eigenen Garten

Wenn Vögel aufhören zu singen

Johann Spuling hat in seinem Garten eine eigene Sternwarte gebaut: Mit dem großen Teleskop kann er auch entfernte Himmelskörper noch erfassen. Fotos:  Elsebach

Hombressen. Die Astronomie ist sein großes Hobby. Johann Spuling (63) steht in seiner eigenen kleinen Sternwarte in seinem Garten in Hombressen. Die kleine Hütte hat sein Schwager gebaut. Von hier aus beobachtet Spuling den Nachthimmel.

„Astronomie ist viel mehr als nur Sterne beobachten“, sagt Spuling und erzählt, dass alles 1986 mit dem Halleyischen Kometen angefangen hat. Spuling hatte erfahren, dass der alle 75 Jahre wiederkehrende Komet für etwa einen Monat in Deutschland zu sehen sei. Mit einem Fernglas und einem kleinen Teleskop hat er also angefangen, diesen zu beobachten.

„Den Kometen zu fotografieren, ist mir damals nicht gelungen“, erzählt der Hobby-Astronom. Die technischen Möglichkeiten gab es bereits, aber das Wissen nicht. Ab diesem Zeitpunkt habe er angefangen, sich das entsprechende Fachwissen anzueignen.

Beim Sternebeobachten gibt es einiges zu beachten, zum Beispiel, welche Jahreszeit sich dafür am besten eignet. „Juni und Juli sind nicht so gut zur Beobachtung geeignet, weil die Nächte zu kurz sind“, erklärt Spuling.

Berichte im Fachjournal

Er hat schon einige bedeutende astronomische Ereignisse miterlebt und fotografiert. Neben drei totalen Sonnenfinsternissen hat er auch diverse Kometen und partielle Mond- und Sonnenfinsternisse fotografiert. Spuling hat bereits mehrere Berichte im „Journal für Astronomie“, einer Fachzeitschrift für Sternfreunde und Hobby- Astronomen veröffentlicht. Aus einem jährlich erscheinenden Himmelsführer erfährt er, wann und wo das nächste astronomische Großereignis stattfindet. Dann organisiert er selbst, wann und wie er samt seiner Ausrüstung zum Beobachtungsort kommt.

Die Fotografie ist Johann Spulings zweite große Passion. Er fotografiert, seitdem er 13 ist. „Die Leidenschaft kam in dem Moment, als ich meine erste Kamera in der Hand hielt“, erinnert er sich. Die bekam er einfach geschenkt, ohne sie sich gewünscht zu haben. Die ersten Aufnahmen seien gut geworden, dadurch ist das Hobby entstanden.

Friedenseiche als Motiv

Sein Interesse für Naturfotografie kam später hinzu. Vielseitigkeit, ständige Veränderung und das Übermitteln von Stimmungen sind das, was Spuling an der Naturfotografie besonders reizt. Eines seiner Lieblingsmotive ist dabei die Hombresser Friedenseiche, sein Lieblingsbaum. „Der Baum hat eine schöne Form und mir gefällt, dass er einzeln steht“, erzählt er.

Sein weitestes Ziel, um ein Himmelsschauspiel zu fotografieren, war Australien. Dort hat er 2012 die totale Sonnenfinsternis im Küstenort Palm Cove miterlebt.

Sonnenfinsternis in Side

Das größte Highlight, das er in all den Jahren erlebt und fotografiert hat, war die totale Sonnenfinsternis 2006 in der türkischen Stadt Side. Spuling beschreibt die Atmosphäre. „Es ist ein unglaublich schönes Naturereignis, der Mensch kann es nicht fassen“, erzählt er begeistert. Im Moment der totalen Sonnenfinsternis sei es völlig windstill gewesen, die Vögel haben aufgehört zu singen und die einzigen Geräusche seien die Aufschreie und der Jubel der Menschen um ihn herum gewesen. „Es war sehr berührend und Gänsehaut pur.“

Von Lilli Elsebach

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