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Öffnung des Bahntunnels bei Deisel für Touristen unter Bedingungen möglich

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Zu schade zum Verstecken: Landesdenkmalpfleger Professor Dr. Gerd Weiß (2. von rechts) betonte gestern den hohen Wert des Tunnels der früheren Carlsbahn von Hümme nach Bad Karlshafen, die 1848 eröffnet und in diesem Abschnitt 1966 stillgelegt wurde. Fotos:Thiele

Deisel. Die Öffnung des ältesten hessischen Eisenbahntunnels bei Deisel für den Tourismus rückt näher. Die Sandsteinportale der beiden 165 Jahre alten Tunneleingänge sind saniert und glänzen wieder.

Jetzt müssen noch 4000 Quadratmeter Tunnelwand geprüft und gesichert werden, damit keinem der künftigen Radler oder Wanderer etwas auf den Kopf fallen kann.

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Problem 1: In den Schadstellen in Tunnelwand und -decke leben Fledermäuse, die nicht beeinträchtigt werden dürfen.

Wie Vizelandrätin Susanne Selbert gestern bei der Kreisbereisung mit Landeskonservator Professor Dr. Gerd Weiß sagte, wird dafür ein fünf- bis eher sechsstelliger Eurobetrag nötig, für den der Landkreis Kassel schon auf der Suche nach Geldgebern ist. Das Jahr 2012 wird noch für die Finanzierung und Planung benötigt. Es läuft eine ganzjährige Studie zu der Fledermauskolonie im Tunnel, zu deren Schutz er im Winter gesperrt werden könnte. Ein Ingenieur untersucht bis Juni die Bausubstanz des Tunnels, in dem mehrfach Steine aus dem Mauerwerk gefallen sind. Außerdem wölbt sich an einer Stelle die Wand. Wenn alles gut gehe, könne man Ende 2013 mit der Freigabe rechnen.

Da der 600 Meter lange Bahndamm vor dem Südportal unter Schutz steht, hat die Obere Naturschutzbehörde eine Abkürzung entlang des Schutzgebietrandes bis zurück zum Radweg in Aussicht gestellt.

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Problem 2: Auf der früheren Bahntrasse vor dem Südportal ist ein FFH-Naturschutzgebiet, das umgangen werden muss.

Professor Gerd Weiß als oberster hessischer Denkmalpfleger begrüßt das Projekt, für das sich viele Bürger engagieren und Eigenleistungen erbringen wollen. Andere alte Bahntunnel in Hessen seien auch erfolgreich für Touristen geöffnet worden. Der wie eine Burg gestaltete Tunnel sei ein Dokument aus der Frühzeit der Eisenbahn in Deutschland und zu schade zum Verstecken. Durch Infotafeln könnte letztlich auch der Naturschutz von der Annäherung profitieren, sagte Weiß. (tty)

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