Vor wenigen Tagen ist der Streit eskaliert, die Stadtwerke drohten Mietern im Industriepark mit einem Stopp der Fernwärmelieferung.
Eine Unterbrechnung der Wärmeversorgung hätte für die Unternehmen drastische Folgen. Jeder Tag Produktionsausfall bei Bombardier, Rheinmetall und weiteren Firmen würde mehrere Millionen Euro kosten. Mit dieser Drohung „schadet man dem Standort Kassel“, sagt Michael Habacker, Geschäftsführender Gesellschafter der Düsseldorfer Habacker Holding, zu deren Bestand der Industriepark Mittelfeld zählt.
Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig rudert zurück und erklärt auf HNA-Anfrage: „Abschalten werden wir nicht“. Man habe aber die Mieter über den Konflikt und die unbezahlte Fernwärmerechnung informieren müssen. „Die Mieter müssen wissen: Auch ihr Geld ist gefährdet“, sagt Helbig. Die Stadtwerke könnten keinen Zahlungsausfall in dieser Größenordnung riskieren.
Die Eigentümerin sei zahlungsfähig und zahlungswillig, entgegnet Habacker. Man sei aber nicht bereit, allein und auf dem Rücken der Mieter die massiven Mehrkosten für die Fernwärme zu tragen, die wohl auf eine Fehleinschätzung der Stadtwerke zurückzuführen seien.
Vor der Umstellung der Wärmelieferung von Dampf auf heißes Wasser hatten die Werke und ihre Tochter Kasseler Fernwärme (KFW) jährliche Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro prognostiziert. Auf der Rechnung für 2010 standen dann 2,6 Millionen Euro. Diese Kostenexplosion sei nicht zu rechtfertigen, sagt Habacker. Jetzt soll ein unabhängiger Gutachter klären, wer die Verantwortung für die Mehrkosten trägt.
Von Jörg Steinbach































