Kassel wurde zur Heimat

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    • 23.08.10
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Stadt erlebte drei Zuwanderungswellen: Hugenotten, Flüchtlinge und Gastarbeiter

Kassel wurde zur Heimat

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Kassel. Drei große Zuwanderungswellen haben die Stadt Kassel und der Landkreis in den vergangenen Jahrhunderten erlebt: Ansiedlung der Hugenotten, die Aufnahme von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und den Zuzug von Gastarbeitern.

Dabei drückten besonders die Hugenotten der Stadt ihren Stempel auf. Friedrichsplatz, Königsplatz und Schloss Wilhelmshöhe sind Beispiele dafür. Bei diesen Projekten war Baumeister Simon Louis du Ry beteiligt oder federführend. Du Ry stammt aus einer Hugenottenfamilie, die 1685 nach Kassel kam.

Die Hugenotten waren auf der Flucht, weil ihr protestantischer Glaube im katholischen Frankreich unterdrückt wurde. 4000 fanden eine neue Heimat in der Landgrafenschaft Hessen-Kassel, 2000 siedelten sich in der Stadt an.

Sie wurden mit offenen Armen empfangen. Denn in Kassel fehlten nach dem Dreißigjährigen Krieg gut ausgebildete Arbeitskräfte. Deshalb gewährte Landgraf Karl Asyl, sicherte Glaubensfreiheit sowie den Gebrauch der eigenen Sprache in Kirche und Verwaltung zu. Um 1700 war jeder fünfte Kasseler Hugenotte. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten zählen die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann und der Physiker Denis Papin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Heimatvertriebene aus den damaligen deutschen Ostgebieten. Über ihre Einwanderung gebe es relativ wenig Informationen, bestätigt der ehemalige Stadtarchivar Frank-Roland Klaube. Durch den knappen Wohnraum spielten sie für Kassel zunächst keine große Rolle, kamen erst nach und nach in die Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Anteil der Menschen ohne deutschen Pass gering: Er lag in der ersten Hälfte der 1950er-Jahre bei 0,7 Prozent.

Dies änderte sich nach dem Mauerbau: Gezielt wurden spanische Gastarbeiter für die Arbeit bei der Maschinen- und Fahrzeugbaufirma Henschel angeworben. Auch andere Betriebe stellten Arbeiter aus den südlichen Ländern ein.

1966 lag der Ausländeranteil bei drei Prozent. In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders stieg die Zahl der Gastarbeiter bis 1973 weiter. Damals lebten über 10 000 Nicht-Deutsche in Kassel.

Zuwanderung sei für Kassel immer ein fruchtbarer Prozess gewesen, sagt Dr. Alexander Link, stellvertretender Leiter des Stadtmuseums. Die Entwicklung sei ein Beweis für Kassels  Urbanität: „Eine Stadt, die nicht von Zuwanderung geprägt ist, ist keine Stadt.“ Und eines müsse man sich bei den Diskussionen über das Thema klarmachen: Die Nachfahren vieler Zuwanderer sind mittlerweile Kasselaner oder sogar Kasseläner. (gör)

Mehr dazu im Regiowiki auf

http://regiowiki.hna.de

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