„Plötzlich strömten immer wieder Menschen mit Pommestüten in der Hand ins Kino“, erzählt Frank Thöner vom Bali. Auch Martin Sonntag, Geschäftsführer der Caricatura, wunderte sich über den Zulauf. Als die beiden der Ursache auf die Spur kamen, war ihre Empörung groß.
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Sofort suchten Thöner und Sonntag das Gespräch mit einem der Schichtleiter des Schnellrestaurants. Dieser berief sich auf geltendes Recht und verwies auf die öffentliche Bahnhofstoilette, die seine Kunden aufsuchen sollten.
Auch als sich Thöner und Sonntag Hilfe suchend an das Ordnungsamt der Stadt wandten, konnte ihnen dort nicht geholfen werden. Nach dem Hessischen Gaststättengesetz seien Toiletten für Gastronomiebetriebe nicht mehr vorgeschrieben, und insofern gebe es für die Stadt nichts zu prüfen, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich.
Kultur zahlt für Weltkonzern
Für die Kulturschaffenden ist es dennoch ein Unding. „Wer denkt sich solche Gesetze aus?“, fragt Sonntag. Es könne nicht sein, dass öffentlich geförderte Kultureinrichtungen dafür aufkommen müssen, wenn ein Weltkonzern wie Burger King auf Toiletten verzichte, um Kosten zu senken. „Der Reinigungsaufwand und die Kosten für Papierhandtücher und Klopapier haben sich verdreifacht. Gleich am ersten Wochenende, nachdem Burger King seine Klos zugemacht hatte, hatten wir eine Rohrverstopfung“, sagt Thöner.
Das Angebot an die Burger-King-Kunden, die öffentlichen Toiletten im Bahnhof zu nutzen, sei unzureichend. Da der Besuch einen Euro koste und die Toiletten auf der anderen Seite der Bahnhofshalle seien, suche jeder zuerst den Weg ins Kino oder die Galerie.
Um sich gegen die ungebetenen Gäste zu wehren, werden die Toiletten im Kino außerhalb der Spielzeiten geschlossen. „Während der Spielzeiten hat unser Vorführer ein Auge darauf, dass nur unser Publikum die Toiletten nutzt. Anders geht es leider nicht“, sagt Thöner. Martin Sonntag von der Galerie für komische Kunst hat schon einen neuen Begriff für das Phänomen kreiert: „Klo-Tourismus“.
Von Bastian Ludwig































