Pannen-Blitzer: Technik aus dem Heimwerker-Markt

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    • 16.04.13
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Zwölf Baumarktschlösser pro Anlage

Kassels Pannen-Blitzer: Technik aus dem Heimwerker-Markt

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Kassel. Als ausrangierte Torpedos wurden die Blitzersäulen schon verspottet. Aber nicht nur optisch sind die Anlagen eine Zumutung. Der Revisionsbericht der Stadt belegt: Die Anlagen zur Verkehrsüberwachung sind Improvisationen aus dem Heimwerkermarkt.

Die Prüfer des Revisionsamtes stellen in ihrem Bericht fest, dass es sich bei den Vandalismusschutzgehäusen, in denen die mobilen Messgeräte platziert sind, um „improvisierte Konstruktionen“ handelt. Und weiter ist zu lesen: „Wenngleich aus ästhetischer Sicht das äußere Erscheinungsbild der Gehäuse als eher suboptimal einzustufen sein mag, war auf Seiten des Unternehmers (Safety First) keine Veranlassung gegeben, die Gehäuse gefälliger zu konstruieren.“

Den Grund für die Mängel sehen die Prüfer in einer unzureichend ausformulierten Vertragsgrundlage. Die Stadt habe keine klaren Vorgaben gemacht - dabei sei das Ordnungsamt „für die Ordnungsmäßigkeit der Messungen und die Qualität der ermittelten Daten verantwortlich“.

Nicht einmal ihre Funktion als Vandalismusschutz erfüllten die Säulen. So hätten die Prüfer der Stadt bei der Kontrolle einer Anlage festgestellt, dass der Sensor mit einem Stock oder ähnlichem Gegenstand verschoben worden war. Dies sei möglich gewesen, da die Sensoröffnung im Gehäuse nicht mit einer Glasscheibe abgedeckt sei.

Zudem sei die Blitzeranlage mit zwölf Schlössern gesichert, für die zwölf verschiedene Schlüssel nötig seien. Safety First habe dies mit Sicherheitsgründen erklärt, gab ein Ordnungsamtsmitarbeiter gegenüber dem Revisionsamt zu Protokoll. Der Verzicht auf ein Schließsystem und der Einsatz von Baumarktschlösser n sei doch aber wohl eher auf Kostengründe zurückzuführen.

Die Prüfer stellten fest, dass durch die billige Konstruktion jeder Batteriewechsel eine Neuausrichtung der Messtechnik erforderlich machte. Außerdem habe keine der Kameras an den fünf Standorten die gesamte Straßenbreite erfassen können. „Dieser Umstand macht die Konstruktion für den von der Stadt vorgesehenen Einsatzzweck unbrauchbar.“ Die Messbeamten hätten dies bemerken müssen.

Von Bastian Ludwig

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