Personal ist auch in Kassel knapp

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    • 15.08.13
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Gewerkschaft: Es gibt immer wieder Engpässe

Stellwerke der Bahn: Personal ist auch in Kassel knapp

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Kassel. Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wegen unterbesetzter Stellwerke macht bundesweit Schlagzeilen. Auch in Kassel ist die Personaldecke offenbar dünn. Auf Anfrage bei der Deutschen Bahn (DB) sagte eine Sprecherin am Mittwoch, in Kassel gebe es aber keine Probleme.

Gefragter Job: Weil es zu wenige Fahrdienstleiter gibt, die im Bahnverkehr die Weichen stellen, kommt es in Mainz zu massiven Störungen. Unser Archivbild zeigt das Stellwerk im Kasseler Hauptbahnhof. Archivfoto: Herzog

Gefragter Job: Weil es zu wenige Fahrdienstleiter gibt, die im Bahnverkehr die Weichen stellen, kommt es in Mainz zu massiven Störungen. Unser Archivbild zeigt das Stellwerk im Kasseler Hauptbahnhof. Archivfoto: Herzog

Konkrete Nachfragen der HNA blieben unbeantwortet. „Es gibt derartig viele Anfragen, dass wir weitere regionale Details nicht recherchieren können“, hieß es.

Andreas Güth von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kann mehr zum Thema sagen. Die personelle Besetzung in Nordhessen sei grenzwertig, sagt der Leiter der EVG-Geschäftsstelle Kassel. Es komme immer wieder mal zu Engpässen – wenn diese auch nicht so dramatisch seien wie derzeit in Mainz.

Bekannt sind größere Probleme aus dem Stellwerk in Bebra. Dort mussten Züge in den vergangenen Monaten zum Teil 15 Minuten warten, weil die Stellwerke unterbesetzt waren und die Fahrdienstleiter eine zwingend vorgeschriebene Pause machen mussten. Betroffen davon waren unter anderem im Auftrag des NVV fahrende Züge der Cantus-Bahn auf der Strecke Kassel-Fulda. Zum Teil hätten die Züge Zwangspausen einlegen müssen, sagt NVV-Sprecher Steffen Müller. „Dass die DB Netz nicht in der Lage ist, genügend Personal vorzuhalten, ist für uns nicht akzeptabel“, sagt Müller. Denn am Ende seien immer die Fahrgäste die Leidtragenden.

Laut Gewerkschafter Andreas Güth sind die aktuellen Probleme dem massiven Personalabbau der letzten Jahrzehnte geschuldet. Dadurch gebe es zu wenig Nachwuchs, der Altersschnitt der Fahrdienstleiter in den Stellwerken sei hoch. Entsprechend komme es auch öfter zu Krankheitsausfällen. Wenn mehrere Kollegen fehlten, führe das wegen der dünnen Personaldecke schnell zu Engpässen.

Die Belastung der Fahrdienstleiter in den Stellwerken sei enorm, sagt der Gewerkschafter. Viele hätten Überstunden, die wegen des Personalmangels nur schwer abzubauen seien.

In Nordhessen gibt es nach Güths Angaben 37 Stellwerk-Standorte (der größte am Bahnhof Wilhelmshöhe), in denen etwa 310 Fahrdienstleiter beschäftigt seien. Zuletzt habe es 24 Neueinstellungen gegeben, alle Azubis seien übernommen worden. Offenbar versuche die Bahn jetzt gegenzusteuern. „Aber das geht nicht von heute auf morgen.“

Von Katja Rudolph

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