Riesige Google-Markierung am Fridericianum: Hier ist das Zentrum

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    • 28.08.13
    • Kassel
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Ausstellung des Kasseler Kunstvereins

Riesige Google-Markierung am Fridericianum: Hier ist das Zentrum

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Kassel. Eine sieben Meter hohe Skulptur steht seit Dienstag auf dem Friedrichsplatz. Das Kunstwerk „Map“ ist Teil der Ausstellung des Kasseler Kunstvereins „Hello World“ von Aram Bartholl, die Donnerstagabend im Fridericianum eröffnet wird.

Google-Markierung

© Zgoll

Klappt doch prima: Das Aufrichten der sieben Meter hohen Positionsbestimmung ging gestern Nachmittag reibungslos vonstatten.

Bei dem riesigen A-Zeichen handelt es sich um einen Positionsmarker, wie ihn der Internetdienst Google für seinen Kartenservice Google Maps verwendet.

Das Google-Zeichen ist eine mehrfache Positionsbestimmung. Es zeigt das Zentrum Kassels an, zumindest wie es der in Berlin lebende Künstler markiert hat. „Wo der Mittelpunkt Kassels ist, das müssten natürlich die Einwohner diskutieren“, sagt der 40 Jahre alte Bartholl. Zweitens markiert es den Standort des Kunstvereins, der am Donnerstag zum ersten Mal mit einem neuen Vorstand mit einer Vernissage in Erscheinung tritt. Drittens ist die Skulptur als Teil von „Hello World“ eine Botschaft an die Kunstwelt: Hallo, hier bin ich - die Kasseler Schau ist die erste Einzelausstellung Bartholls in größerem Rahmen.

Seit zehn Jahren beschäftigt sich Bartholl mit der Verknüpfung der realen mit der virtuellen Welt und mit der Frage, was das Online-Leben „mit uns macht“. Er fragt: „Was passiert, wenn ich digitale Zeichen in den Raum stelle?“ So steht das monumentale A auch für unterschiedliche Erwartungen an den öffentlichen Raum - in der Stadt und im Netz.

Eröffnung Donnerstag, 19 Uhr, Kunstverein im Fridericianum. Bis 13. Oktober, geöffnet Mi-So 11-18 Uhr. Führungen auf Anfrage, Tel. 0561/771169.

 www.kasselerkunstverein.de

„Im Internet herrschen andere Gesetze“, sagt Bartholl, viele zuckten angesichts des ausgespähten E-Mail-Verkehrs mit den Schultern, wenn aber ein Google-Fahrzeug durch die Straßen fahre, werde Überwachung sichtbar, „plötzlich verstehen das alle“. Dann sorge Google für mehr Unbehagen. Der Konzern wolle harmlos wirken, „weiß wie die Steckdose in der Wand“, aber, da ist Bartholl überzeugt, „natürlich ist das alles problematisch“.

Für eine parallel zu seiner eigenen Präsentation laufenden Gruppenausstellung „Offline Art: Hardcore“ hat Bartholl junge Künstler eingeladen, die der Webkultur der Gegenwart radikale Positionen entgegensetzen, die Datengiganten wie Google skeptisch gegenüberstehen und die üblichen „Sehgewohnheiten der Generation Internet“ hinterfragen.

Von Mark-Christian von Busse

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